Seite 1 von 2

Reifendruck bei Mischung Gelände/Straße

Verfasst: Sa 3. Sep 2016, 11:48
von Victor
Hallo Zusammen,

ich habe mir nach zehn Jahren wieder eine Maschine gekauft und bin somit quasi wieder komplett am Anfang. Ich freue mich aber nun seit vier Wochen täglich über meine nagelneue XT1200ZE. Ein paar Fragen zu Erfahrungen mit Reifendruck bei gemischten Fahrstrecken habe ich aber doch:

Naturgemäß ist sie mit Bridgestone BW gekommen. Ich lebe allerdings in Botswana auf einer Farm Jeden Tag auf dem Weg ins Büro in der Stadt habe ich gut 30 km vor mir, von denen 25 km aus Asphalt bestehen. Ich muss aber zwei kürzere Strecken auf Schotter bzw. Sandstraßen fahren. Ich komme mit den Reifen soweit ganz gut klar, nur die kurzen Stücken (zweimal jeweils vtl. 30 Meter) mit "tieferem" Sand (wenn es nachmittags heiß wird, schon so um die 8 -10 cm tief) machen mir etwas zu schaffen. Bisher habe ich es immer geschafft die Maschine stabil zu halten, aber sie schwimmt schon ordentlich.

Ich habe jetzt ein wenig mit dem Reifendruck herumgespielt und probiere einfach mal aus. Momentan habe ich 1.8 v und 2.2 h drauf, da schwimme ich mehr. Mit weniger geht es besser. Aber es bleiben halt die 25 km Asphaltstraße, wo die Fließgeschwindigkeit so bei 100 km/h liegen. Dafür ist der Druck ja eigentlich viel zu niedrig.

Parallel habe ich überlegt etwas off-road fähigere Reifen aufziehen zu lassen. Der lokale Yamahahändler hat mir die Metzeler Karoo 3 empfohlen. Hier wäre dann evtl. ein höherer Reifendruck im Gelände möglich, dafür sind die für die Straße natürlich nicht so zu gebrauchen.

Letztlich brauche ich wahrscheinlich einfach mehr Erfahrung um mich auch auf den sandigen Stücken sicherer zu fühlen.

Ich würde mich freuen, wenn mir als quasi-wieder Newbie, jemand ein paar Tips geben kann!

Re: Reifendruck bei Mischung Gelände/Straße

Verfasst: Sa 3. Sep 2016, 12:12
von Moldi
Moin Victor,
gratuliere zur :xt12:

Ich fahre 95% Straße (eher mehr), habe den Conti TKC80 drauf und finde dass der auch auf Asphalt super läuft.
Allerdings lege ich auch keinen Wert darauf mit den Fußrasten bis auf die Erde zu kommen ;)
Nachteil ist aber die Haltbarkeit (hinten ca. 3500 km) und die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 160 km/h.

Die vielleicht bessere Alternative wäre sonst der Heidenau K60 Scout (190 km/h)

Mit zu geringem Luftdruck auf der Straße zu fahren halte ich jedenfalls für die schlechteste und auch gefährlichste Lösung :daumen_ab:

Re: Reifendruck bei Mischung Gelände/Straße

Verfasst: Sa 3. Sep 2016, 12:46
von Victor
Danke Lars. Wie hältst Du es denn mit Deinem Reifendruck?

Schotter und ein leichter Trail sind mit dem BattleWing auch beim regulären Druck (ich hatte sie maximal auf 2.2 / 2.5) kein Problem. Nur wenn es etwas sandig wird, schwimmt die Gute halt recht ordentlich.

Außerdem, für diejenigen, die die elektronische Federungseinstellung (ZE) haben: welche Einstellungen nutzt ihr so bei unterschiedlichem Gelände. Bei Sand habe ich bisher immer, so hart wie möglich gelesen.

Re: Reifendruck bei Mischung Gelände/Straße

Verfasst: Sa 3. Sep 2016, 15:53
von 1200Z
Victor hat geschrieben:Danke Lars. Wie hältst Du es denn mit Deinem Reifendruck?

Schotter und ein leichter Trail sind mit dem BattleWing auch beim regulären Druck (ich hatte sie maximal auf 2.2 / 2.5) kein Problem. Nur wenn es etwas sandig wird, schwimmt die Gute halt recht ordentlich.

Außerdem, für diejenigen, die die elektronische Federungseinstellung (ZE) haben: welche Einstellungen nutzt ihr so bei unterschiedlichem Gelände. Bei Sand habe ich bisher immer, so hart wie möglich gelesen.
Nimm doch einfach eine Luftpumpe mit und dann kannst du im Gelände etwas Luft herauslassen und anschließend wieder hineinpumpen.

Re: Reifendruck bei Mischung Gelände/Straße

Verfasst: Sa 3. Sep 2016, 16:01
von Victor
Ich fahre die Strecke jeden Tag zweimal, habe also wenig Lust vier mal am Tag Luft rein oder raus zu lassen.. Wie gesagt, vielleicht muss ich auch einfach nur üben um mich sicherer zu fühlen.

Was haltet ihr von den Karoo 3? Ich habe hier in Afrika nur ein begrenztes Angebot. Und stimmt meine Annahme, dass ich mit einem off-Road fähigeren Reifen im Sand mehr Grip und Traktion bei "normalem Straßen"-Luftdruck habe als zB mit dem BattleWing?

Re: Reifendruck bei Mischung Gelände/Straße

Verfasst: Sa 3. Sep 2016, 16:48
von Irrlander
Hi Victor,

das Problem ist, dass die Anforderungen in Sand und auf Asphalt konträr sind.
Im Sand ist ein weicher Reifen mit breiter Auflage (wenig Reifendruck) und viel Negativprofil gefordert,
auf Asphalt brauchts einen festen Reifen mit wenig Negativprofil.

Es gibt nun verscheieden Kompromisse, entweder
ein weicher Geländereifen der schnell auf Asphalt verschleisst, oder
weniger gute Eigenschaften auf Sand oder Asphalt.

Ein Sturz oder ein Steckenbleiben (ist mir mit der XT auf Anakee3 bei 20cm Sandtiefe passiert) im Sand ist auf jedenfall kritischer als schlechte Aphalteignung (langsamer oder hoher Verschleiß).
Ich denke es gilt einen Reifen zu finden, mit dem du den Sand sicher, wenn auch langsam, passieren kannst.

Ich würde mit einem Karoo anfangen, und wenn der auf ist und ich im Sand sicher bin, würde ich mehr Richtung Asphalt optimieren, zB. K60 Scout.
Wenn der Scout im Sand einsinkt kommt das Negativprofil zur Wirkung, auf Asphalt läuft er auf dem Mittelsteg. Nur der mag Hitze nicht so..??
Die möchtegern Geländereifen ala Anakee sind im Sand schnell am Ende (auf nassem Rasen auch, aber das dürfte selten ein Problem für dich werden).

Re: Reifendruck bei Mischung Gelände/Straße

Verfasst: Sa 3. Sep 2016, 19:23
von Yeti
Victor hat geschrieben: auf dem Weg ins Büro in der Stadt habe ich gut 30 km vor mir, von denen 25 km aus Asphalt bestehen. Ich muss aber zwei kürzere Strecken auf Schotter bzw. Sandstraßen fahren. Ich komme mit den Reifen soweit ganz gut klar, nur die kurzen Stücken (zweimal jeweils vtl. 30 Meter) mit "tieferem" Sand (wenn es nachmittags heiß wird, schon so um die 8 -10 cm tief) machen mir etwas zu schaffen
Das sind natürlich absolut konträre Bedingungen, für die es nicht den einen richtigen Luftdruck gibt. 1.8 v und 2.2 h ist für Straße noch leidlich brauchbar, für den 10 cm tiefen weichen Sand viel zu viel. Wir sind damals Karoo gefahren mit 1,0 bar, aber eben mehr als zwei Wochen lang nur auf so ähnlichem Untergrund. Da war das mit dem Luftdruck einfach, und das Mopped ist im Sand sowieso immer unruhig.

Im Moment würde ich sagen fahre 1,5 / 2,0 und lasse sie im Sand ziehen, denn Gas wegnehmen ist "tödlich". Ich werde einem Sahara-erfahrenen Spezi die Frage stellen, der mit genau diesen Bedingungen bezüglich Reifenart und Luftdruck sehr viel Erfahrung hat. Ich melde mich wieder.
Victor hat geschrieben:dafür sind die Karoo für die Straße natürlich nicht so zu gebrauchen
Ich weiß nicht, ob man das so sagen kann. Wer von Geländereifen ruhigen Geradeauslauf erwartet ist nach meiner Erfahrung auf dem Holzweg. Ich bin damals auf dem Heimweg mit den Karoos auf der R80 G/S von Venedig nach München gefahren und hatte über den Brenner Schneetreiben; das ging völlig okay.

Gruß, Yeti.

Re: Reifendruck bei Mischung Gelände/Straße

Verfasst: So 4. Sep 2016, 10:30
von Scholle
Nachfolgendes habe ich im Internet gefunden:

"Automatisch Luft aufpumpen und ablassen mit Adaptrac

Das kannten schon die ersten Fahrradfahrer: Bei sandigen Oberflächen einfach etwas Luft aus den Reifen lassen und die Haftung ist schon viel besser. Auf einer ebenen Straße sorgen vollgepumpte pralle Reifen für weniger Widerstand und damit auch für schnelleres energiesparenderes Fahren. Mountainbiker sind mit verschiedenen Untergründen konfrontiert, da würde eine schnelle Regulierung – je nach Bodenbeschaffenheit – einen Komfortzuwachs bieten. Jetzt stellt das Unternehmen Adaptrac ein System vor, das per Knopf den Druck im Reifen reguliert.

Die Entwicklung ist rasant. Zwei Automatikschaltungen wurden dieses Jahr bei E-Bikes eingeführt. Eine von NuVinci und die andere von TranzX. Der Traum vom Schalten ohne sich über den besten Übersetzungsgrad Gedanken machen zu müssen, wurde erst durch den Akku am E-Bike war. Zwar funktioniert der Druckluftregulierung bei Adaptrac noch nicht elektronisch, aber das dürfte wie bei NuVinci, die erst mechanisch war und dann automatisch wurde, nur eine Frage der Zeit sein.

Funktionsweise

Damit der Fahrradfahrer den Reifendruck jederzeit ohne abzusteigen anpassen kann, hat Adaptrac eigene Naben für das Vorder- und Hinterrad sowie spezielle Ventile entwickelt. Sie sind per Schlauch mit einem CO2-Behälter am Fahrradrahmen verbunden. Am Lenkrad befinden sich Knöpfe, mit denen das Aufpumpen oder Luft ablassen zu steuern ist. Dabei sorgt ein Ventil dafür, dass der Reifen nie zu viel Luft abbekommt und nicht platzt. Bei so viel Mechanik ist die analoge Anzeige fast schon ein Muss. Zwei Zeiger liefern immer die aktuellen Werte der beiden Reifen ins Cockpit.

Laut Herstellerangaben dauert es sieben Sekunden, damit ein Reifen von 1,4 bar auf 3,5 bar anschwillt. Andersrum also von 3,5 bar auf 1,4 bar braucht mehr Zeit: 20 Sekunden.

680 Gramm wiegt das System und soll vorwiegend Mountainbiker adressieren. Bisher stehen die Verfügbarkeit und der Preis noch nicht fest. Es dürfte noch ein langer Weg sein, bis sich Automatik-E-Biker nicht nur das Schalten, sondern auch das Aufpumpen sparen können.

Quelle: Adaptrac"

So etwas gibt es doch m. E. auch bei manchen Auto-Premiumherstellern der Oberklasse. Würde mich nicht wundern, wenn es dies nicht auch im Zubehörangebot für die GS gibt ;). Das wäre aber eine elegante Lösung für die kurzen Sandabschnitte in Verbindung mit einem entsprechenden Enduroreifen.

Gruß Scholle

Re: Reifendruck bei Mischung Gelände/Straße

Verfasst: So 4. Sep 2016, 21:10
von Yeti
Victor hat geschrieben:Letztlich brauche ich wahrscheinlich einfach mehr Erfahrung um mich auch auf den sandigen Stücken sicherer zu fühlen
Erfahrungen muß man selbst machen, ich kann Dir nur die Antwort meines Freundes wiedergeben, der über 60 Jahre Motorrad-Erfahrung auf allen Pisten und auch über solche in Motorrad-Entwicklung verfügt:

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Angaben der Fahrzeughersteller sind prinzipiell zu hoch, da man aus Sicherheitsgründen
maximale Beladung u. hohe Dauergeschwindigkeit als erfüllbaren Betriebszustand voraussetzt.

Luftdruckempfehlung bei meinem Bike :
BMW G 650 X (vorn/hinten) 1,9/2,0 bar
Auf Straße u. Rennstrecke fahre ich 1,5/1,8 bar .
Auf Sand/Gelände Reduzierung auf 1,3/1,3 bar. Bei diesem Wert rutscht der Reifen auf der Felge
noch nicht durch. Man kann so auch mit schweren Enduros 120 bis 130 km/h auf der Teerstraße
fahren .
Bei Wüstentouren u. schwerem Gelände montiere ich hinten u. ggf. auch vorn einen Reifenfesthalter.
Luftdruck 1,0/1,0 bar. Die bei Rallyes montierten Mousse-Schläuche bei Motorrädern entsprechen
Luftdrücken von 0,7 bis 0,8 bar.
Unsere 4x4 Trucks hatten Straßenluftdrücke von 4,0 bar. Bei Sand mußten wir bis auf 1,5 bar runter.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Über Reifentypen hat er sich nicht ausgelassen. M.W. fährt er Metzeler Enduro 3 und im Gelände
Metzeler Unicross. Ob Du für die paar Meter Sand den Karoo 3 aufziehen willst oder es einfach mit
geringerem Luftdruck und Training versuchst, das mußt Du selbst entscheiden. Ich würde es
erstmal mit letzterem versuchen.

Grüße ins ferne Afrika, Yeti.

Re: Reifendruck bei Mischung Gelände/Straße

Verfasst: Mo 5. Sep 2016, 06:41
von Zörnie
1,3 bar mit einer schweren Reiseenduro auf der Straße? :shock: Aber klar, 5 km mit Tempo 50 zur nächsten Füllanlage. Mit 1,5 bar sind wir vor Jahren in einem Offroad-Training gefahren und schon die Fahrt mit dem Reifendruck quer über das ADAC-Gelände zum Luft tanken brachte ein abartiges Fahrgefühl. Wer mit dem Luftdruck mit 130 km/h über die Straßen eiert ist mMn extrem schmerz- und gefühlsfrei.