Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Klaubieh

Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von Klaubieh »

@irrlander,
lies mal dieses Interview. Die Frau sagt im Prinzip das gleiche aus wie ich es mit anderen Worten geschrieben hatte:
http://www.rp-online.de/panorama/deutsc ... -1.4785830

Das Übel bei der Wurzel packen ist die Devise...
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cruiser13
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Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von cruiser13 »

ich denke, diese sehr spannende und serh substanzielle Diskussion hier zeigt, dass es keine einfachen Antworten gibt. Es ist sicher richtig, dass auch gemäßigte Muslime sich durch Karikaturen, und seien sie noch so harmlos, gekräkt fühlen, weil ihre Religion eine solche bildhafte Darstellung verbietet.

Trotzdem halte ich die hier in einigen Beiträgen angeklungene These, man solle doch auf so etwas lieber verzichten, um solche Extremisten nicht zu reizen, für falsch. Klar kann man unsere lebensweise, unsere Normen und unsere Wertvorstellungen nicht auf die ganze Welt übertragen. Aber es wäre völlig falsch, auf unsere Freiheiten zu verzichten, nur weil sie anderen ein Dorn im auge sind. Wir haben hier in Europa jahrhundertelang für diese Rechte und Freioheiten gekämpft, viele Menschen haben dafür ihr Leben hingegeben. Den islamischen Gesellschaften steht ein solcher Prozess der Aufklärung noch bevor, vielleicht findet er statt, vielleicht auch nicht. aber deshalb bei uns das Rad der Zeit zurückdrehen? Niemals. Auch ich bin Redakteur bei einer großen Tageszeitung, deshalb ist mir der Anschlag von Paris auch besonders nahe gegangen, denn es sind - auch wenn es ein ganz anderer Typ von Zeitung ist _ Berufskollegen ermordet worden. Trotzdem darf man sich von dieser schrecklichen Tat nicht einschüchtern lassen, so schwer das auch fällt.

Das wir hier, in einem privaten Motorradforum, keine Mohamed-Karikaturen veröffentlichen, ist dennoch völlig richtig, was ollten sie hier auch verloren haben.

Gruß Peter
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Irrlander
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Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von Irrlander »

Klaubieh hat geschrieben:@irrlander,
lies mal dieses Interview. Die Frau sagt im Prinzip das gleiche aus wie ich es mit anderen Worten geschrieben hatte:
http://www.rp-online.de/panorama/deutsc ... -1.4785830

Das Übel bei der Wurzel packen ist die Devise...
Schirrmacher hat geschrieben: Zum einen gibt es natürlich diejenigen, die zu wenig differenzieren und alle Muslime zu Attentätern oder potentiellen Terroristen stempeln, was im höchsten Maß abzulehnen ist. Es ist verständlich, dass diejenigen Muslime in westlichen Ländern, die die Gewalttaten zutiefst verabscheuen, sich nicht ständig erneut rechtfertigen möchten und sich zu Unrecht verdächtigt sehen.
Dann sind wir ja fast gleicher Meinung, jetzt muss nur noch Pegida überzeugt werden zu differenzieren.
Ahmed Merabet ist ein muslimischer Polizist, der für die Meinungsfreiheit gestorben ist.
Er verdient Anerkennung und Dank für all die friedlichen Muslieme.
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Klaubieh

Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von Klaubieh »

Wenn das nicht so krass traurig wäre mit diesem Polizisten wie auch den anderen Opfern könnte man es fast als Treppenwitz der Geschichte sehen.
Obwohl es ins Schema passt.
Diesen hirnamputierten Radikalen sind andere Muslime eh egal. Das siehst du im Irak, wo sich Sunniten und Schiiten gegenseitig in die Luft bomben, das siehst du bei ISIS die ihre eigene Auslegung des Koran mit brutalster Gewalt auch moderaten Moslems gegenüber durchdrücken usw.usw.

Die erleben jetzt ihren 30jährigen Krieg. Dumm nur dass wir da mit reingezogen werden.

Aber ich glaube auch dass es egal wäre was der Westen macht im Moment. Selbst bei totaler Unterwerfung würden die noch was finden was ihnen nicht passt und wenn´s die Farbe der Burka wäre.
gue55

Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von gue55 »

Hallo zusammen,
ich finde es braucht keinen Auslöser wie z. B. die "Verunglimpfung" von irgendwelchen Heiligen bei diesen Terroristen. Man muss nur in die von ihnen beherrschten Staaten schauen, da werden kleinen Mädchen die Nasen abgeschnitten und größere Gräueltaten verübt. Wir müssen allen unseren Mitbürgern klar machen, dass wir unser säkularen Staatswesens auf keinen Fall aufgeben wollen und auch dafür einstehen.
Grüße
Gue
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Bräuche

Beitrag von Yeti »

Hallo Peter "Cruiser13",

zu der Tragödie in Paris ist auch hier schon alles gesagt worden, wobei ich erstaunt feststellte, daß es besonders sachlich und ernsthaft geschah !

Über Dein "es wäre völlig falsch, auf unsere Freiheiten zu verzichten, nur weil sie anderen ein Dorn im auge sind" denke ich in Teilen anders. Jeder muß doch täglich irgendwo jemand die "Vorfahrt" lassen. Anders kommen wir nicht miteinander klar. Als durch und durch westlich geprägter kann ich es hinnehmen, wenn ich veräppelt werde - meine Zunge ist auch sehr spitz. Beleidigt bin ich nur dann, wenn der Spaß auf meine Kosten keinen wirklichen Witz hat. Meine Frotzeleien stimme ich aber sehr auf mein Gegenüber ab, und wenn ich auf eine Möglichkeit dazu verzichte, dann weil ich weiß, derjenige wäre überfordert. So sollten wir es auch gegenüber Muslimen halten. Ich denke, die Erbauer der Faschingswagen in Köln und Mainz werden sich jetzt ganz schön am Kopf kratzen.

Welche Einstellung Muslime zu bei uns üblichen Frotzeleien haben, das weiß ich nicht. Die haben es m.W. immer gleich mit ihrer "Ehre". Ich meine, wenn Muslime nicht in der Lage sind Karikaturen so zu verstehen und zu tolerieren wie wir das tun, dann ist diese Provokation völlig sinnlos :troll: ! Ich bin absolut der Ansicht, daß man sich mit den Gepflogenheiten in seinem Einreiseland und besonders in seiner neuen Heimat (!?) abfinden MUSS. Andererseits sollten wir den Leuten nicht zu viel zumuten. Zum Vergleich: Einer meiner besten Freunde seit Jahrzehnten war BMW-Motorrad-Entwickler. Daß ich meine BMW-Brille schon lange abgesetzt habe, das habe ich hier schon anklingen lassen, und das weiß auch er. Ich denke aber nicht im Traum daran je zu ihm zu sagen "Da hat es ja wieder eines Eurer Motorräder beim Dauertest zerlegt. Ganz schön schwach." Das täte ihm weh, und das will ich nicht.

"Unsere Politiker" sollten m.E. die verschiedenen Landsleute und Religionen in Verbindung bringen. Mit diesem seichten und verharmlosenden Geschwätz á la "Die meisten sind friedliebende Bürgerinnen und Bürger" ist nichts erreicht. Strittige Punkte MÜSSEN sofort angesprochen und abgestellt werden. Leider hat kaum einer das Rückgrat dazu.

Schöne Grüße, Yeti.
Meine Moppeds: Zündapp DB200; BMWs: R69S - R100 - R100CS - R100GS > HPN-Sport - K1; Yammis: FZS1000; XT1200Z; Tracer900-GT
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Tequila
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Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von Tequila »

Yeti, ich finde das ist ein wichtiger Aspekt, den Du ansprichst und es gibt der Diskussion eine kleine Wendung :daumen:
Ich bin "kölsch-Katholisch geboren" aber so schnell wie möglich aus der Kirche ausgetreten und irgendwann habe ich mich recht intensiv mit den Weltreligionen befasst und dann für mich entschieden "Ich glaube an gar keinen Gott" :engel:

Nun arbeite ich im internationalen Umfeld, meine 4 Mitarbeiter sind: evangelisch, katholisch, buddhistisch und einer ist Zeuge Jehovas. Wir reden hin und wieder beim Bier über unsere religiösen Ansichten und wir versuchen nicht, uns gegenseitig zu missionieren.

Einer meiner Motorrad Kumpel ist Diakon, er hat meine Tochter getraut und wird meine Enkeltochter taufen aber er wird nicht versuchen, mich von seiner Religion zu überzeugen.

Wenn mein Kollege aus UAE nach Deutschland kommt, dann stelle ich ihm selbstverständlich mein Büro zum Beten zur Verfügung obwohl wir in den meisten (privaten) Dingen vollkommen konträre Vorstellungen haben.

Ich denke, das ist der Respekt den wir im Umgang mit anderen Religionen leben sollten :daumen:
Viele Grüße
Heinz

*nach 13 Jahren XT1200, jetzt eine MT09SP*
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Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von Bergbiber »

!!!Wären nur ALLE MENSCHEN so wie wir hier im Forum!!! :engel:
Wir würden in einer friedlichen Welt leben und Probleme ausfechten ohne Fäuste oder Waffen! :computer: :bier: :essen:
Ein schöner Gedanke, aber leider unrealistisch, fürchte ich. :roll:
!!!ALLES WIRD GUT!!!
Liebe Grüsse,
Herr Dr. Biber
Klaubieh

Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von Klaubieh »

@Heinz, das sehe ich sehr ähnlich wie du. Ich bin auch in einem internationalen Umfeld tätig und muss mich jeden Tag auf andere Mentalitäten einstellen. Religion ist da normalerweise selten dabei.
Es fällt nur auf, dass auch hier in den muslimischen Gemeinden dieser Respekt und die Toleranz dem Islam gegenüber eingefordert wird. Z.T. vehement, im Extremfall siehe Charlie Hebdo.
Nur sollte dieser Respekt und Toleranz keine Einbahnstraße sein sondern für alle gelten. Und genau das sehe ich in großen Teilen der islamischen Welt eben nicht.
Das es auch anders geht habe ich im November während eines Urlaubs in Bali erlebt. Dort sind ca. 80% der Bevölkerung Hindu, 10% Moslems und 10% gemischt Christen und Buddhisten.
Stress zwischen den Religionen gibt es dort nicht. Die Balinesen sind sehr auf Harmonie und Ausgleich bedacht. Verlieben sich ein Hindu und eine Muslima (als Beispiel) reden die Familien darüber was das Beste ist für die beiden. Der Absolutheitsanspruch des Islams gilt in dem Fall nicht. Sollten alle gemeinsam entscheiden dass es besser wäre eine Hindu Ehe zu führen dann wechselt die Muslima in den Hinduismus. Anderswo wäre das ein Todesurteil.
Ich habe das selbst erlebt dort und denke nicht dass man mich veräppeln wollte. D.h. die grundsätzliche Einstellung der Menschen zum Leben und ihren Mitmenschen ist das entscheidende.

Ich beneide die Balinesen um ihren Lebensstil.

P.S. Die Attentäter, die damals in Kuta Beach die Australier in die Luft gejagt hatten waren radikale Moslems aus Java, ein Balinese käme niemals auf so eine Idee...
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Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von Jaufenspass »

Ich kann dazu nur folgendes sagen : was weiß ich was solche Verbrecher, Attentäter für einen Glauben haben ?
Wenn ihr Gott der Mohammed ist oder keine Ahnung ob die noch welche Götter verehren ? Aber ich glaube nicht das es einen Gott gibt
der Haß und Mord gutheißt.
:roll:
Solche Mörder können eig. gar keinen Gott verehren. Denn kein normaler Mensch, der etwas von Nächstenliebe gehört hat,
kann solche abscheuliche Verbrechen an Menschen verüben !

Alles was solche Mörder verehren und anbeten, kann nur der Teufel sein.

gruß Oskar !
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