Seite 4 von 6
Re: Riss im Hinterrad (Heidenau K60 Scout)
Verfasst: Mo 8. Feb 2016, 22:46
von Christoph
Also wenn man um einen normal befüllten und dichten Reifen herum die Luft bis zum absoluten Vakuum absaugt, dann dehnt sich das Ding immer weiter aus und platzt irgendwann. Sind dann die Fahreigenschaften immer noch die gleichen?
Meine ursprüngliche Idee war, dass der Reifen sich wegen des in der Höhe größeren Druckunterschieds stärker ausgedehnt hat, was dann eine mögliche Erklärung für das Rissmuster sein könnte. Um die Korinthen"produktion" weiter aufrecht zu erhalten: Die Fahreigenschaften werden dadurch bestimmt, unter welcher Spannung/Dehnung das Gummi steht (d.h. wie weich oder hart der Reifen ist), was wiederum in erster Linie vom Druckunterschied abhängt und nicht von dem absoluten Innendruck. Oder würde man auf dem Mond mit 3 bar herumfahren wollen/können?
Weitere Beispiele: Wetterballons bzw. Gasballons allgemein (man denke an Felix Baumgartners Ballon, der auf der Erde als schlaffer Sack gestartet ist und da oben prall aufgeblasen war). In diesem schönen Video ist bei 3:12 min zu sehen, wie der Ballon platzt (nach meinem Verständnis, weil er überdehnt):
Hier erscheint normalerweise ein Video von Vimeo. Bitte wende dich an einen Administrator.
Aufgeblasene Grüße
Christoph
Re: Riss im Hinterrad (Heidenau K60 Scout)
Verfasst: Mo 8. Feb 2016, 23:40
von sushi
Hallo
Christoph hat geschrieben:
Also wenn man um einen normal befüllten und dichten Reifen herum die Luft bis zum absoluten Vakuum absaugt, dann dehnt sich das Ding immer weiter aus und platzt irgendwann. Sind dann die Fahreigenschaften immer noch die gleichen?
Der Reifen ist nur minimal dehnbar (im Gegensatz zu einem Schlauch) und sehr stabil gebaut, der platzt nicht.
Der Raumanzug eines Astronauten platzt auch nicht.
Christoph hat geschrieben:
Oder würde man auf dem Mond mit 3 bar herumfahren wollen/können?
Der Reifeninnendruck muss dem Gewicht(Masse mal Gravitation) des Fahrzeugs entsprechen.
Also auf dem Mond um einiges weniger.
gruss sushi
Re: Riss im Hinterrad (Heidenau K60 Scout)
Verfasst: Di 9. Feb 2016, 08:39
von Caschi1967
Yeti hat geschrieben:
Der Denkfehler in dem unterstrichenen Satz besteht darin, das nicht bei sinkendem Umgebungsdruck "der Innendruck steigen muss", sondern daß die Differenz Innendruck zu Außendruck steigen muss. Der Absolutdruck da drinnen bleibt gleich, und der bestimmt die Fahreigenschaften.
Und genau das ist dein Denkfehler. Der Absolutdruck ist der Atmosphärische Druck + x*Atmoshärischer Druck. Da der atmösphärische Druck sich aber verändert (bei konstantem Volumen und angenommener konstanter Temperatur) ist der Absolutdruck dort drinnen zwar gleich, die "Differenz" - wie du sie nennst ist aber ein Verhältnis von x*atmosphärischen Duck
Im Tal bei 1000hpa (=1bar) und einem 2,5 fachen atmosphärischen Druck einen Luftdruck von 2500 hpa (=3500 hpa absolut) -> Innendruck = 3,5* atmosphärischer Druck, Messwert = 2,5 bar (=2,5 * atmoshärischer Druck)
Bei konstantem Volumen und konstanter Temperatur ergibt sich für ein geschlossenes System in 5000m Höhe:
Absolutduck = Atmosphärische Druck + x*Atmoshärischer Druck
3500hpa = 680hpa+x*680hpa -> (3500hpa-680hpa) : 680hpa = x = 4,47 *atmosphärischer Druck Das heißt Messwert = 4,47 * atmosphärischer Druck, Innendruck = 5,47 * atmösphärischer Druck.
Und genau das ist das was ich schreibe: bei sinkendem Umgebungsdruck steigt der Innendruck (auf das x fache des Umgebungsdrucks)....und damit ändern sich die Fahreigenschaften und die wirkenden Kräfte grundlegend.
Und ja - ich meine
Carsten
Re: Riss im Hinterrad (Heidenau K60 Scout)
Verfasst: Di 9. Feb 2016, 09:00
von Christoph
Mein Mitstreiter Carsten war schneller - hier aber nochmal mein weniger theoretischer Senf dazu:
Okay, wenn Reifen nicht platzen, bringt der Sushi zum HiFaKo einen guten Kompressor mit und pumpt seine Reifen auf 100 bar auf. Kann ja gar nichts passieren

. Und der Mond war vielleicht kein gutes Beispiel, weil da auch noch die Gravitation anders ist. Das ändert aber nichts daran: Wenn ich den Außenluftdruck halbiere (1), hat das den gleichen Effekt, als würde ich den Luftdruck im Reifen verdoppeln (2), d.h. er dehnt sich stärker (speziell der Diagonalreifen K60) und wird härter.
(1) bei unveränderter Luftmenge im Reifen
(2) bei gleichem Außendruck
Vielleicht noch mal umgekehrt: Wenn ich einen Reifen normal an der Tanke mit 3 bar befülle, ihn in eine große Kompressionskammer bringe und dort den (Außen-)Luftdruck auf 3 bar erhöhe, würde ich damit theoretisch auch nicht fahren können. Denn der hohe Außendruck würde ihn genauso schlapp machen, als hätte er draußen an der Tanke "0 bar" (weil beiderseits des Gummis der gleiche Druck herrscht).
Viele Grüße
Christoph
Re: Riss im Hinterrad (Heidenau K60 Scout)
Verfasst: Di 9. Feb 2016, 09:27
von Helmut
Dass ist hier ja mittlerweile ein Grundkurs Physik /Mathematik.
Für den Normal Motorradfahrer aber eigentlich nicht nötig da sich der Reifendruck in unseren Regionen nur unwesentlich ändert. Ich fahr nicht zum Mond und auch nicht in 8000m Höhe.
Dass würden unsere Motoren auch nicht mitmachen. Die wollen ab geringeren Höhen schon nicht mehr.
Beispiel aus der Vergangenheit, Abfahrt Osterath, kalte Reifen, Druck 2,7+3,0, Nach etwa 1000km in Sölden geprüft, ca. 1400m höher 2,7+ 3,0 Nach 4000 km Zuhause 2,6+2,9.
Die Reifen waren immer kalt und es war ein BT54 auf der VFR.
Wie gesagt, Vergangenheit und mit Prüfer an der Tankstelle gemessen.
Seitdem wird vor einer größeren Tour gemessen und gut ist.
Und um. Zurück zum Riss zu kommen, der Reifen wäre bei mir sofort in der Tonne.
Da ist es vollkommen egal ob der durch Druck oder Fremdkörper kaputt gegangen ist.
Re: Riss im Hinterrad (Heidenau K60 Scout)
Verfasst: Di 9. Feb 2016, 09:56
von Caschi1967
...es gab mal eine Zeit, da war die Masseinheit atü = Druck in at (at=Atmosphären) über dem Bezugsniveau. Und genau das ist der springende Punkt....das atmosphärische Bezugsniveau auf 4800 Meter ist eben deutlich anders als auf Meereshöhe...
Das hätte zwar alles erklärt, versteht aber keiner....und darum haben wir jetzt bar. (1 Bar = 1 Atü bezogen auf Meereshöhe)
Re: Riss im Hinterrad (Heidenau K60 Scout)
Verfasst: Di 9. Feb 2016, 10:14
von Helmut
Caschi1967 hat geschrieben:...es gab mal eine Zeit, da war die Masseinheit atü = Druck in at (at=Atmosphären) über dem Bezugsniveau. Und genau das ist der springende Punkt....das atmosphärische Bezugsniveau auf 4800 Meter ist eben deutlich anders als auf Meereshöhe...
Das hätte zwar alles erklärt, versteht aber keiner....und darum haben wir jetzt bar. (1 Bar = 1 Atü bezogen auf Meereshöhe)
Meine Angaben sind Bar, auf den Anzeigen der Tanke ist seit den 80ern Bar und
PSI angegeben.
Soooo ALT bin ich auch noch nicht und die VFR auch nicht.

Re: Riss im Hinterrad (Heidenau K60 Scout)
Verfasst: Di 9. Feb 2016, 10:22
von Irrlander
dsricardinho hat geschrieben:... Bin in Chile unterwegs und habe 3 Risse im K60. ...
Morgen fahre ich über einen 4770m hohen Andenpass nach Argentinien.
Helmut hat geschrieben:Zurück zum Riss zu kommen, der Reifen wäre bei mir sofort in der Tonne.
Das ist nicht nur eine Frage des Geldes, es muss auch eine bessere Alternative geben.
Auf der blanken Felge fahren ist sicher schlechter als ein Reifen mit Rissen...
Helmut hat geschrieben:...Seitdem wird vor einer größeren Tour gemessen und gut ist.
Ich bin da schon vorsichtiger. Es gibt Reifen die neigen zum Druckerverlußt,
auch wenn ich bei 30Grand starte und später in Norwegens Bergen bei 5 Grad fahre oder
weil einfach ein Metalsplitter oder ein verdrecktes/kaputtes Ventil Luft entweichen läßt,
alle paar Tage prüfe ich den Reifendruck. Ein platter Reifen ist schlechter als einer mit Rissen.
Dafür nehme ich auf Tour extra einen eigenen Druckprüfer mit, da es teilweise an Tankstellen unverschämt teuer ist und ich ungern unterwegs mit heißem Reifen messe, was ja die Werte beeinflußt.
Falls ich Risse entdecke kommt ein neuer Reifen drauf, sobald ich die Gelegenheit habe, also meist nach der Reise zurück daheim.
Re: Riss im Hinterrad (Heidenau K60 Scout)
Verfasst: Di 9. Feb 2016, 11:34
von sushi
Christoph hat geschrieben:
Okay, wenn Reifen nicht platzen, bringt der Sushi zum HiFaKo einen guten Kompressor mit und pumpt seine Reifen auf 100 bar auf. Kann ja gar nichts passieren

.
Hallo
$ollte ich mal zum Hifako kommen würde ich den Reifen auf 4 Bar (1x der Normaldruck der Aussenluft auf Meereshohe welcher im Vakuum fehlt + die 3 Bar Reifenluftdruck) aufpumpen und hätte keine Angst dass was passiert.
Die Raumschiffe und Stationen bestehen nur aus dünnem Metall und platzen auch nicht.
Christoph hat geschrieben:
Vielleicht noch mal umgekehrt: Wenn ich einen Reifen normal an der Tanke mit 3 bar befülle, ihn in eine große Kompressionskammer bringe und dort den (Außen-)Luftdruck auf 3 bar erhöhe, würde ich damit theoretisch auch nicht fahren können. Denn der hohe Außendruck würde ihn genauso schlapp machen, als hätte er draußen an der Tanke "0 bar" (weil beiderseits des Gummis der gleiche Druck herrscht).
Die Luft im Reifen drückt mit 3 Bar gegen die Reifenwand, die Aussenluft drückt nun mit 3 Bar von aussen gegen die Reifenwand.
Die Drücke sind gleich gross. Der Aussendruck vermag aber den Reifen noch nicht zu komprimieren, dies geschieht erst ab >3 Bar.
Da der Reifen nicht dehnbar ist wäre der Fahrkomfort noch gleich. Das Gewicht des Fahrzeugs komprimiert die Luft im Innern des Reifens und sorgt für den Fahrkomfort.
Erhöht man den Aussenluftdruck um >3 Bar bleibt der Reifeninnendruck gleich dem Aussendruck, jedoch wird das Volumen im Reifen verkleinert und der Reifen wird Platt und schlecht fahrbar.
Dieses Theoriespiel wäre bei einer Tauchfahrt um die 30-40m (innerhalb vom PADI Openwater) zu beachten.
Damit unsere Dicke dies könnte müsste aber ein langer Schnorchel mit Pressluft her.
Also mit meiner möchte ich das nicht machen, die zickt mir schon bei normalem Gebrauch zu sehr rum.
gruss sushi
Re: Riss im Hinterrad (Heidenau K60 Scout)
Verfasst: Di 9. Feb 2016, 12:31
von Caschi1967
sushi hat geschrieben:
Die Raumschiffe und Stationen bestehen nur aus dünnem Metall und platzen auch nicht.
Viel Spass beim lesen
https://de.wikipedia.org/wiki/Druckkabine
Interessant übrigens die übertriebene Darstellung der Ausdehnung eines Flugzeuges mit zunehmender Höhe ....
sushi hat geschrieben:
Die Luft im Reifen drückt mit 3 Bar gegen die Reifenwand, die Aussenluft drückt nun mit 3 Bar von aussen gegen die Reifenwand.
Die Drücke sind gleich gross. Der Aussendruck vermag aber den Reifen noch nicht zu komprimieren, dies geschieht erst ab >3 Bar.
Da der Reifen nicht dehnbar ist wäre der Fahrkomfort noch gleich. Das Gewicht des Fahrzeugs komprimiert die Luft im Innern des Reifens und sorgt für den Fahrkomfort.
Erhöht man den Aussenluftdruck um >3 Bar bleibt der Reifeninnendruck gleich dem Aussendruck, jedoch wird das Volumen im Reifen verkleinert und der Reifen wird Platt und schlecht fahrbar.
Dieses Theoriespiel wäre bei einer Tauchfahrt um die 30-40m (innerhalb vom PADI Openwater) zu beachten.
Damit unsere Dicke dies könnte müsste aber ein langer Schnorchel mit Pressluft her.
Also mit meiner möchte ich das nicht machen, die zickt mir schon bei normalem Gebrauch zu sehr rum.
gruss sushi
Komplett falsch. Bock die Kiste auf und lass am Hinterrad die Luft ab bis es nicht mehr zischt......dann ist dein Außendruck = Innendruck.
Jetzt kannst du schauen ob das Gewicht des Fahrzeugs die Luft im Innern des Reifens wirklich komprimiert und für den Fahrkomfort sorgt.
Viel Spass wenn du versuchst zu fahren....
