Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

ila

Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von ila »

Hallo Klaubieh,
das hat immer was damit zu tun, was jeder persönlich bereit ist, einzusetzen - ich würde an Christophs Stelle genauso handeln.
Wir sind zu global geworden, als dass wir nur noch "unser Leben" leben - auch wenn viele der damaligen Gastarbeiter oder auch wiedereingedeutschten/integrierten "deutsch" sind, ist das oftmals ein anderes deutsch, als das, was wir meinen. So geht es allen Staaten.

Du kannst in Berlin Kreuzberg nicht die gleiche Meinungsäusserung machen, wie z. B. in Potsdam - durch die Vermischung der Kulturen - und je ausgeprägter sie ist - ist es eine Wunschvorstellung, dass alles so bleibt wir früher. Jede Kultur bringt "das ihrige" mit, ob wir wollen oder nicht.... Das hat Vorteile, aber auch Nachteile - wir werden durch immer mehr Einfluss geprägt werden, das ist in den USA in verschiedenen Teilen schon viel länger so.....
Ich habe letztens jemanden kennengelernt, der deutschlandweit für die Flüchtlingsaufnahmen in den 90-ern zuständig war - was der zu erzählen wusste, da haut es einem die Synapsen aus der Fontanelle......

Wir haben hier auch die Russenmafia, die Hells-Angels, die Yakuza, die Triaden usw. - das ist eben der Nachteil des "Multi-Kulti", das möchte bloss kaum jemand sehen. Somit sage ich abschliessend dazu, dass es mich nicht wundern würde, wenn das immer weiter um sich greifen wird - meine Devise ist, dass alles Gut wird...... ich hoffe, das auch....

Gruss Ingo
Sartene
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Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von Sartene »

"Lieber stehend sterben statt kniend zu leben!!! "

Schöner, treffender und besser kann man es nicht schreiben!!!!!

Zuviele Menschen sind gestorben, um zu ermöglichen, dass man in Europa seine Meinung frei sagen und schreiben kann. Das ist ein ECKPFEILER unseres Verständnisses von Recht und FREIHEIT!!!!!

Offensichtlich vergessen einige Menschen immer mal wieder, dass es KEINE Selbstverständlichkeit ist, so leben zu können und zu dürfen...wie wir es dürfen und können. Dieses Recht muss man verteidigen!!!

Wer das nicht möchte, es wird niemand gezwungen, danach zu leben und jeder ist berechtigt, sich dann eben anders wo nieder zu lassen.

Aber niemand ist berechtigt, unsere hart erstrittenen und erstorbenen Rechte durch eiskalten, barbarischen Mord zu beseitigen! Niemand.

"Lieber stehend sterben statt kniend zu leben!!!" ...das muss ein weiser Mann gewesen sein......Danke schön.

Andy :xt12:
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...mehr als 30 Jahre Ténéré....das muss Liebe sein.....
Klaubieh

Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von Klaubieh »

Ingo, klar bringt jeder was mit. Ich bin seit 25 Jahren mit einer Portugiesin verheiratet die, bevor sie zu mir nach Deutschland kam kein Wort deutsch konnte. Von daher habe ich einen ganz guten Überblick über die portugiesische Community hier bei uns. Die ist zahlemäßig gar nicht mal so klein. Du hörst und siehst aber von diesen Leuten nicht das geringste negative. Die Kinder dieser Portugiesen sind Deutsche mit portugiesischer Würze. Die allermeisten dieser Kinder werden hierbleiben, auch wenn die Eltern ihre Rente (verständlichweise) lieber in der Sonne Portugals geniessen möchten.
So stelle ich mir das vor und nicht die anatolischen, mittelalterlichen Parallelgesellschaften die du für Kreuzberg ansprichst. Auch da hat meiner Meinung nach der Staat versagt in dem er jahrelang weggeschaut hat. Noch dazu haben wir ja Milliarden für die Rettung von systemrelevanten Banken verbraten anstatt den Kindern dort eine vernünftige Bildungsmöglichkeit zu bieten.

Aber das führt jetzt zu weit.

Ich finde es halt zu kurz und unvollständig gedacht alles mit den anderen Kulturen zu erklären und möglicherweise zu entschuldigen.
Yeti
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Die Mischung stimmt nicht

Beitrag von Yeti »

Hallo Christoph,

wieso bist Du sicher, daß Islamisten "Mohammed-Karikaturen" als Köder ausgeworfen haben ? Hier im Forum hätten diese wirklich nichts verloren. Egal, der Knackpunkt ist m.E. der, daß es nicht funktioniert wenn Menschen mit völlig anderen Schwerpunkten in der Denkweise sich bei Andersdenkenden und "Ungläubigen" niederlassen. Mein Vater, der in den 50er Jahren geschäftlich Griechenland, die Türkei und Syrien bereiste, sagte mal "Wenn man glaubt, indem man Dollars - sinngemäß war das damals Entwicklungshilfe - da hineinpumpt, dann holen diese Länder mal eben so 400 Jahre Geschichte und Entwicklung nach, dann irrt man sich." An der Richtigkeit dieses Satzes hat sich nichts geändert. Aufklärung braucht viel Zeit.

"Cuius regio, ejius religio" hieß es schon bei den alten Römern. Etwas ähnlich ist "When you are in Rome, do as the Romans do" - anders geht es nicht.

Mich wurmt es sehr, wenn ich höre, was Flüchtlinge hier für Ansprüche stellen. Leider habe ich keine Bilder davon, wie wir in Frankfurt von 1945 bis 1953 gehaust haben. Aus den Küchenabfällen der Amerikaner suchte meine Elterngeneration Verwertbares heraus. Es herrschte die 48-Stunden-Woche und abends und am Wochenende wurde gebaut. So wird das was. Diese Konsequenz fehlt leider vielen Völkern. In Luxor in den 80ern lebten die Leute teils noch weit erbärmlicher, sicher auch heute noch.

Dann schwätzen Politiker von Multi-Kulti und der Islam ist garnicht so usw. usw., anstatt die Gegensätze aufzuarbeiten. Dann wird Pegida als rechtsradikal und als Randerscheinung bezeichnet. Sicher äußern die sich radikal, doch anders erreichen sie keine Aufmerksam und völlig im Unrecht sind sie nicht. Doch wer führt das alles zusammen ? Politiker distanzieren sich und äußern wieder einmal Entsetzen - wie ich diese gestanzten Formulierungen hasse. Kommt irgendetwas dabei heraus ? Der "weise" H.Schmidt und G.Schröder verurteilen Pegida - na toll. Was hilft das ? Wohlgemerkt, ich kann diese Bewegung in der Form auch nicht gut heißen.

"ich würde lieber stehend sterben statt kniend zu leben" - ich halte das nicht für weise, lieber sartene. Wenn die gewählten "Waffen" so weit auseinander liegen und eine Seite keinerlei Sinn für Fairness hat, von Humor wil ich garnicht reden, dann macht man sich nur zum Märtyrer und erreicht nichts. Reinhold Messner sagte mal mit Bezug auf das Erklettern einer losen Eiswand "Da kann ich mich auch im Hof der Nervenheilanstalt in eine Guillotine legen und warten, bis die Patienten den Knopf finden." Ich finde, das paßt hierher.

Genug, ich weiß auch keine Lösung aus der verfahrenen Situation. Trauriger Gruß, Yeti.
Meine Moppeds: Zündapp DB200; BMWs: R69S - R100 - R100CS - R100GS > HPN-Sport - K1; Yammis: FZS1000; XT1200Z; Tracer900-GT
Alpen-Troll

Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von Alpen-Troll »

@sartene
dem ist nichts aber auch gar nichts hinzuzufügen
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Tequila
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Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von Tequila »

In diesem Forum herrscht ein hohes Niveau und darum kann man hier auch solche Themen besprechen. Repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sind wir aber beileibe nicht und ich glaube das Pegida auf der einen Seite und Anschläge islamistischen Hintergrundes auf der anderen Seite durchaus die Zündschnur für einen Flächenbrand sein können.

Ich bin erschüttert über die Frechheit und Kaltblütigkeit dieser Mörderbande! Hoffentlich bewirkt dieser feige Anschlag dass sich die Menschen auflehnen gegen jede Art von Fanatismus.
Viele Grüße
Heinz

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Christoph
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Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von Christoph »

Hallo zusammen,

nur ganz kurz zwischendurch (die Zeit, einen ausgewogenen und rundum abgewogenen Beitrag zu schreiben, habe ich gerade nicht): Vielen Dank für Eure Beiträge, die zumindest mir viel mehr und bessere Denkanstöße geliefert haben als der Käse, der auf Facebook und anderswo hoch und runter gepostet wird. Es mag stimmen, dass ich mit meinem ersten Beitrag in einigen Punkten daneben gehauen habe - es ist aber gerade so, dass in meinem Kopf die verschiedensten und widersprüchlichsten Gedanken herumschwirren. Und es fällt mir schwer, zu unterscheiden, welche davon "richtig" und welche "falsch" sind. Einigermaßen sicher bin ich mir aber in der Meinung, dass das, was wir als "Westen" in dem Konflikt bisher gemacht haben, wenig zur Entspannung beigetragen hat.

Wieder so 'n halbgarer Gedankenfetzen von mir: Was wäre, wenn man statt zu demonstrieren oder kluge Sprüche zu klopfen, in eine Moschee oder Kulturzentrum gehen würde, um dort z.B. Deutsch-Hausaufgabenhilfe o.ä. anzubieten? Den Jugendlichen dort zeigen, dass sie gegen uns nicht in den Dschihad ziehen müssen. Aber dagegen hätten wir wahrscheinlich wieder viel zu viele Gegenargumente. Das fände ich jedenfalls couragierter, als irgendwelche Bildchen zu malen oder zu verbreiten, nach denen vor 2005 (1. Mohammed-Karikaturen-Skandal beim Jyllands-Posten und der anschließende Missbrauch der Karikaturen durch Hassprediger) kein Hahn gekräht hat. Waren wir damals weniger frei als heute?

Auch wenn mancher mich wegen meiner (eigentlich unnötigen) Absage an Kariakturen-Postings jetzt als Feigling ansehen mag, bin ich doch froh über und ein bisschen stolz auf die Diskussion, die sich daraufhin hier entfaltet hat. Ohne, dass wir irgendjemanden beleidigt, gekränkt oder verunglimpft haben. Dafür nochmal Danke an alle.

Schöne Grüße
Christoph
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Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von Sartene »

....wäre es doch so "einfach"......das Problem liegt doch soviel tiefer und ich sehe derzeit keine wirkliche Idee....die zielführend wäre. Fakt ist aber doch....die mit Abstand meisten Menschen, egal, welcher religiöser Farbgebung, sind friedlichen Charakters. Wir sprechen doch nur über eine Minderheit...die sich aber aus vielen Gründen auf die Titelzeilen drängen. Zum einen geben die Medien ihnen dadurch eine Bühne....tot schweigen geht auch nicht. Aber wie wohl so oft liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte........zwischen Informationspflicht.......Gewinnmaximierung und eigener politischer Ansicht.....ein Riesen Problem.

Auf der anderen Seite hat man über viele Jahrzehnte die Augen zu gemacht......verdrängt.......wenn ich schon lese....wenn dt. Richter sich am islamischen Recht in der eigenen Urteilsfindung orientieren.....auch so etwas fördert das Nebeneinander, statt des Miteinanders........

Wie dem auch sei...könnte man das Problem mal ebenso lösen....es wäre doch schon geschehen....also hüsern wir hier weiter mit Kleinkariertem, die zuweilen unsere Politiker so von sich geben....lassen uns einlullen von Gutmenschen....die die Probleme aus Büchern kennen....und nicht vom eigenen Erleben.....und von Politikern.....Verantwortlichen....Kirchen-Vorständen...etc.....und denen...die lieber viel Geld in Prestige-Projekte stecken......Olympia.......wo doch angeblich kein Geld da ist für Kindergärten.......Schulen....Universitäten.....dort...dort müsste mehr Geld hin....um dem Ungeist von Anfang an den Garaus zu machen....dort kommt aber nichts hin.....statt dessen lernen Schüler wegen baufälliger Schulgebäude in Containern.....oder werden wegen fehlender Lehrer nach Hause oder zum Teufel geschickt......

Und ja......unser Werte-System mag nicht perfekt sein, aber es ist das beste, das ich kenne. Soviel Freiheit hatte Europa noch nie. Dafür sind so viele Menschen gestorben.....es ist auch eine Spur von Dank und Verantwortung, diesem Blutzoll Rechnung zu tragen, und unser Wertesystem zu verteidigen. Zunächst mit dem Bleistift. Sehr gern. Aber es kann die Zeit kommen....himmlische Kräfte bewahre uns davor..... da muss man den Bleistift weglegen und das Schwert in die Hand nehmen. So schwer es mir auch fällt, aber so sehe ich das.

Aus diesem Grund sage ich mit Überzeugung: "lieber aufrecht sterben, als kniend leben". Und er ist doch weise der Spruch!

Euch einen friedlichen Abend und ein friedliches Leben, soweit man das in dieser Zeit überhaupt sagen darf und kann...bei so viel Unfrieden in der Welt....

Christoph...Du bist ganz sicher alles andere als ein Angsthase.....aber in Zeiten wie diesen darf jeder ein Stück weit Verzweiflung, Unsicherheit und Angst haben.......gestern morgen dachten die getöeten der Redaktion sicher, dass sie am Abend wieder ihrem persönlichen Vergnügen nachkommen werden.....es kam leider anders...eine Garantie dafür gibt es nie.....

Andy :xt12:
Andreas aus Hamburg

...mehr als 30 Jahre Ténéré....das muss Liebe sein.....
Zörnie

Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von Zörnie »

Christoph hat geschrieben:Einigermaßen sicher bin ich mir aber in der Meinung, dass das, was wir als "Westen" in dem Konflikt bisher gemacht haben, wenig zur Entspannung beigetragen hat.

Wieder so 'n halbgarer Gedankenfetzen von mir: Was wäre, wenn man statt zu demonstrieren oder kluge Sprüche zu klopfen, in eine Moschee oder Kulturzentrum gehen würde, um dort z.B. Deutsch-Hausaufgabenhilfe o.ä. anzubieten? Den Jugendlichen dort zeigen, dass sie gegen uns nicht in den Dschihad ziehen müssen. Aber dagegen hätten wir wahrscheinlich wieder viel zu viele Gegenargumente. Das fände ich jedenfalls couragierter, als irgendwelche Bildchen zu malen oder zu verbreiten, nach denen vor 2005 (1. Mohammed-Karikaturen-Skandal beim Jyllands-Posten und der anschließende Missbrauch der Karikaturen durch Hassprediger) kein Hahn gekräht hat. Waren wir damals weniger frei als heute?
Vielleicht können wir im "Westen" endlich mal eine geschlossene Haltung zeigen und dafür, dass einige andere uns hassen, nicht ständig unterwürfig die Schuld bei uns suchen.
Du kannst gerne Hausaufgabenhilfe in der Moschee anbieten. Wichtiger und entscheidend wäre es, wenn in den Moscheen und Koranschulen den jungen Moslems nicht Hass und ein Leben allein für Gott beigebracht würden, sondern Toleranz und Achtung vor Anders- und Ungläubigen. Aber das würde einen modernen Islam voraussetzen, den es nicht gibt. Zumindest nicht mehrheitlich.
stev

Re: Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Beitrag von stev »

Bitte hinterfragt doch das was ihr auf dem Fernseher und in der Zeitung präsentiert bekommt. Ich finde das schlimm, dass obwohl absolut keine Fakten bis dato auf dem Tisch liegen jeder schon die Meinung der Medien übernommen hat. Es ist furchtbar und grausam aber wir wissen nichts... und doch wissen wir alle hier schon wer es war und der Hass wächst juhuu....alle in die Falle getappt. 2min nach dem Anschlag wußte man schon wer die Täter waren. Einer von ihnen hat angeblich seinen Ausweiß verloren. Eh klar, sowas verliert man recht schnell.

So ganz allgemein...wir (der Westen) bomben gerade den nahen Osten (wiedermal) platt und dann wundern wir uns warum Terror daraus entsteht?
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