Mit 15 habe ich den Führerschein für die 50er gemacht und meine neu gewonnene Freiheit fortan intensiv genutzt. Für drei Jahre, dann kam der Autoführerschein und eine etwas längere Zweiradpause.
Den "großen" Lappen habe ich dann 18 Jahre später im Frühjahr 2007 gemacht, kaufte im Juli meine Transalp und genoss, wieder als Anfänger, jeden km auf ihr. Im Herbst 2008 kam unsere Tochter auf die Welt und meine Frau war vernünftig genug, nicht diese Diskussion zu eröffnen.
Im Mai 2009 verunglückte ein lieber und enger Spezl tödlich mit seinem Motorrad auf einer Strecke, die wir im Alltag regelmäßig benutzen; sehr wahrscheinlich war er auf einen spontanen Kaffee und auf der Flucht vor einem heftigen Gewitter auf dem Weg zu uns...
Auch in dieser Situation kam kein Wort in die Richtung, dass ich mein Hobby aufgeben solle/müsse - zumindest nicht von meiner Frau. Allerdings habe ich mir natürlich intensiv meine Gedanken gemacht, völlig klar; auch weil ich von anderen aus der Familie und einigen Freunden mehr oder minder sanft angesprochen wurde. Ich bin nach ein paar Tagen in die Offensive gegangen und habe klar gestellt, was mir Motorradfahren (inzwischen) bedeutet. Zwischen meiner Frau und mir herrschte Einigkeit, das war mir wichtig und das rechne ich ihr noch immer hoch an.
Nun, ich habe damals zumindest meiner Transalp erstmal noch Zusatzscheinwerfer spendiert - und sie dann im April 2010 nach etwas über 15.000 km doch hergegeben. Aber nur, um mir umgehend meine V-Strom zu kaufen; schönes, helles Licht und ABS serienmäßig. Die Schwachstrom hat mich dann bis Juli 2013 auf über 30.000 km begleitet. Und seit dem 25.07.2013 habe ich meine Ténéré (Übernahme mit 567 km auf der Uhr), die nun mit km-Stand 16061 im Winterschlaf ist.
Komme ich von einer kleinen Feierabendrunde oder einer längeren Tour zurück und meine Kleine ist zu Hause, kommt sie so schnell sie kann zu mir, schmachtet mich an und fragt: "Papa, darf ich auf Dein Motorrad?"
Ja, sie weiß noch nicht, welche Risiken draußen lauern. Aber ich weiß es und versuche, die meisten von ihnen "unschädlich" zu machen. Und trotzdem ist mir klar, dass das nie wirklich zu 100% gelingen kann, ein wenig Glück braucht es da schon auch...
Meine Frau wollte ursprünglich den Einser ebenfalls machen, aufgrund der Schwangerschaft hat sie's aber gelassen. Nun ist sie blockiert und mag nicht selber fahren; sie genießt aber unsere (wenigen) gemeinsamen Touren als Sozia. Ich werde sie nicht überreden, den Einser doch zu machen. Es hat einfach keinen Sinn, wenn sie mit Angst im Kopf selber fährt.
Und so ist es gut, so kann es bleiben...
Ciao, R.