Yeti hat geschrieben:Caschi1967 hat geschrieben:Und wenn du damit in eine Druckkammer gehst so das Innendruck = Außendruck ist, ist der Reifen genau so platt. Es ist egal ob es 1bar oder 3bar sind. Wenn Innendruck gleich Außendruck werden die, die Karkasse stabilisierenden, Kräfte aufgehoben.
Du stellst ja tolle Theorien auf. Wenn Du außen und innen gleichen Druck von 3 bar hast, dann ändert das nichts daran, daß Du beim Zusammendrücken den Druck innen in gleichem Maß erhöhen mußt, als wenn außen 1 Bar herrscht.
Yeti.
Ich hab jetzt nicht wirklich verstanden was du mir sagen willst.
Was ich weiß, ist das der Reifen einen gewissen Druck haben muss weil die Steifigkeit der Karkasse nicht ausreicht um das Motorrad zu tragen. Je nach Gewicht des Motorrad und Reifenaufbau ist dieser Druck unterschiedlich um die optimale Reifenform zu erreichen.
Wenn ich von einem Motorrad ausgehe, das 3 Bar Differenzdruck (absolut 4 Bar auf 0m) auf dem Hinterreifen braucht, dann entspricht das einer von Innen wirkenden Kraft von 4 kg/cm2. Dem wirkt der Außendruck mit 1kg/cm2 entgegen d.h. die Karkasse wird mit 3 kg/cm2 gestützt.
Das heißt das Kräfteverhältnis zwischen Innen und Außen beträgt 4:1 ....und das ist letztlich das was der Differenzdruck aussagen soll - das Kräfteverhältnis zwischen Innen und außen. Darum ist der Bezug für den Differenzdruck normalerweise der tatsächliche Außendruck.
Da man zum Eichen aber eine feste Messgröße braucht, wird in Messgeräten ein geschlossenes System mit Membran und Feder eingebaut, das mit 1 Bar (absolut) gefüllt wird. In Europäischen Verhältnissen spielen die daraus resultierenden Abweichungen zum tatsächlichen Aussendruck nicht so die Rolle, da durch Temperatur, Druckschwankungen und gemäßigte Höhenlagen (oder wenn hohe Höhenlage dann nur sehr kurz) die Abweichungen im Toleranzbereich des Reifen liegen.
Wenn ich aber jetzt die hier besprochene Sondersituation herstelle und meinen mit 3 bar gefüllten Reifen auf 5000m Höhe bewege wo der Außendruck nur 0,6 bar beträgt, so ändert sich die Druckdifferenz zwischen Innen und Außendruck von 3 Bar auf 3,4 Bar....das sind etwa 11% und klingt erst einmal nicht viel. Der Differenzdruck jedoch (also das Kräfteverhältnis zwischen innen und außen) ändert sich aber auf 4kg/cm2 zu 0,6kg/cm2 = 6,666:1 D.h. die Kräfteverhältnisse an der Karkasse ändern sich um mehr als 60% (der Innendruck ist zwar konstant, legt aber bezogen auf den Außendruck um mehr als 66% zu) und der Reifen verliert seine Form weil der Gegendruck fehlt. Darum wird bei der Differenzdruckmessung normalerweise der tatsächliche Atmosphärische Druck herangezogen - das läßt sich aber wie oben geschrieben kaum eichen und ist für unsere Verhältnisse auch nicht nötig.
Um dieses Kräfteverhältnis auf Meereshöhe herzustellen müßte ich mit einem Reifen rumfahren, bei dem das Manometer an der Tankstelle 5,6 Bar anzeigt. Wie sich das auf die Haltbarkeit des Reifen auswirkt mag sich jeder selbst überlegen.
Das bei einem umgekehrten Kräfteverhältnis - also 1:x - der Reifen zusammen gedrückt wird sieht man bei jedem Reifenwechsel wenn der von außen auf den Reifen wirkende Druck den Reifen aus dem Felgenring drückt. Und das es an dem Punkt, an dem das Kräfteverhältnis 1:1 beträgt die die Karkasse stützenden Kräfte nicht mehr gegeben sind sondern ich quasi "platt" fahre erklärt sich glaube ich von selbst.
Das war es von meiner Seite
Schöne Grüsse
Carsten