Bestes Fahrwerk und doch zu feige?

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Varaderokalle
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Bestes Fahrwerk und doch zu feige?

Beitrag von Varaderokalle »

Hallo,

Ich habe die letzten 2000 meiner gesamt 2400km gemeinsam mit der Gattin gefahren.
Dazu habe ich denke ich eine ganz gute Fahrwerkseinstellung gefunden und wir sind auch recht zügig unterwegs.

Heute Handbuch die ersten Kilometer für dieses Jahr gemeinsam mit meinem Kumpel und seiner GS 1150 gedreht.
Er ist mir nicht weg gefahren und im Beschleunigen kann seine GS nicht mithalten.
Aber ich musste mich sehr wundern dass er deutlich höhere Kurvengeschwindigkeiten fahren kann und noch dazu (ich fuhr hinter ihm) recht wenig Schräglage dazu nutzte.

Bin ich nur zu feige das Fahrwerk und die Reifen der Tenere zu nutzen?
Denke ich zu sehr nach beim fahren, wie teuer es wird wenn ich die Dicke hinschmeiße?

Ich hab noch ca 3-4mm ungenutzten Rand am hinteren Profil, die Fußrasten haben dennoch den Asphalt noch nicht berührt.
Mein Kumpel hat locker noch 1cm Rand am Reifen übrig und dennoch wie gesagt in den Kurven flotter.... :-/
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ballheadknuckle

AW: Bestes Fahrwerk und doch zu feige?

Beitrag von ballheadknuckle »

Also wie viel ungenutzen Rand oder besser gesagt wie breit der Angststreifen ist der stehenbleibt hängt stark vom Reifen ab, bei manchen ist man schneller ganz außen als bei anderen.

Und das mit der Schräglage lässt sich auch kaum vergleichen, ganz sicher nich solange du nicht von aussen zusiehst, also euch beide von außen siehst.

Dazu kommt das schräglage nicht alles ist. Wenn man auf zug fährt gehts schon viel leichter ums Eck, das wirst du deinem Kumpel beim hinterherfahren aber auch kaum ansehen. Hinzu kommen noch zig andere Sachen die mit rein spielen weit uber einfaches schräg=schnell. Knie vor, druck in die Raste, schnell abwinkeln, damit kann man und damit wurden schon Bücher gefüllt. Lies das da nach, ich kann Mopped fahren aber geb nicht vor das ich das alles verstehn und umsetzen kann :)

Mal ganz davon abgesehn das du dein Mopped grad mal eingefahren hast während er seine GS vermutlich seit ewigkeiten bewegt.

Ob du jetzt zu feige bist, zu klug um dich nicht zu überfordern, zu unerfahren auf deinem mopped kannst du selber entscheiden ;-)
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Varaderokalle
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Re: Bestes Fahrwerk und doch zu feige?

Beitrag von Varaderokalle »

Klar ist's schwierig auf mein Fred was zu schreiben.
Umso mehr dank für den ersten ( und die weiteren ) ausführlichen Kommentare!

Also ich war kurz vorm aufsetzen, meine Stiefelaussenecke berührte den Teer.
Er mit seiner GS war mit Zylinder und Raste weit weg vom Teer.

Er fuhr heute den ersten Tag des Jahres (seine GS hat er seit 6 Jahren), ich fahre meine Dicke nun seit 5 Wochen.
Er hat den EXP drauf, ich die Battlewings.
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Christoph
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Re: Bestes Fahrwerk und doch zu feige?

Beitrag von Christoph »

Hallo Kalle,

ich glaube, eines der Probleme beim Motorradfahren ist, dass man vieles unbewusst und halt "irgendwie" so macht, wie man es eben gewohnt ist. Dann kann man nicht wissen, an welchen Parametern man schrauben könnte, um besser zu werden.

Nachdem ich (oberflächlich) hier und da ein paar Tipps und Artikel gelesen habe, habe ich mir so ein paar Punkte zusammengeschustert, mit denen ich ganz gut zurechtkomme. Die Stichwörter dazu sind "Hinterschneiden" und "Lenkimpuls". Ersteres bezieht sich auf die gefahrene Linie, zweiteres auf die Fahrtechnik, um das Motorrad in Schräglage zu bringen.

Übertrieben gesagt geht das so: Du fährst erstmal stur geradeaus, ohne groß zu bremsen und mitten in der Fahrspur in die Kurve rein. Erst wenn Du denkst, dass es wirklich zu spät ist, reduzierst Du das Tempo und lenkst ganz leicht falschrum, also zum Außenrand der Kurve (!). Durch diesen Lenkimpuls kippt das Motorrad zum Kurveninneren in Schräglage und fährt praktisch von allein durch die Kurve. Um das Mopped wieder aufzurichten, lenkst Du leicht Richtung Kurveninneres (!). Die Wirkung des Lenkimpulses kannst Du Dir so vorstellen: Wenn Du geradeaus fährst und den Lenker plötzlich nach links reißt, rollt der Vorderreifen nach links, das Motorrad will aber durch die Massenträgheit weiter geradeaus. Deshalb würdest Du dann nach rechts umkippen. Tatsächlich arbeitest Du nur mit minimalen Druck links und rechts am Lenker.

Zum Kurvenausgang gast Du mit geringer werdender Schräglage gefühlvoll immer mehr an.

Durch das späte Einlenken reduzierst Du die Gefahr, am Kurvenausgang zum Kurvenrand herausgetragen zu werden. Außerdem landest Du bei Wechselkurven meist automatisch auf der goldrichtigen Linie für die nächste Kurve. Die größte Schräglage und den engsten Bogen fährst Du im hinteren Drittel, wenn die Kurve eigentlich schon fast vorbei ist. Das ist das sogenannte "Hinterschneiden" (das ist in dem verlinkten Ratgeber genau falschrum beschrieben).

Jetzt hast Du Parameter, die Du beim wiederholten Fahren einer Strecke bewusst optimieren kannst - später und weniger bremsen, später und stärker in Schräglage gehen, früher und kräftiger Gas geben.

Mit der Schräglage ist es so: Nicht Schräglage macht schnell, sondern schnelles Kurventempo macht viel Schräglage.

Mit der 1150er GS kannst Du locker mindestens mithalten, auch mit den BattleWings, glaube mir. Es hilft schon, wenn man sich ein bisschen einliest oder 'ne DVD zur Fahrtechnik guckt, um dann bewusst und kontinuierlich am eigenen Stil zu feilen - am besten auf immer wieder der gleichen Strecke.

Hier der Ratgeber "Motorrad Fahren - gut und sicher", der schon mal ganz gute Hinweise bietet (bis auf den Schnitzer mit dem Hinterschneiden):
http://www.zweiradsicherheit.de/Sonderheft.pdf

Schöne Grüße
Christoph
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Varaderokalle
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Re: Bestes Fahrwerk und doch zu feige?

Beitrag von Varaderokalle »

Äähhh, um Missverständnisse vorzubeugen: ich fahre die Dicke zwar erst seit 5 Wochen, aber ansonsten habe ich schon 27 Motorradjahre auf meinem Buckel und fahre ca 10.000Km im Jahr.

Hätte ja sein können dass die GS einfach sehr gut für Kurven ist und die Tenere eben das bessere Gesamtfahrwerk hat.
Vielleicht muss ich mit Zug und Druckstufe vorne noch was experimentieren und den Reifen mehr zutrauen / vertrauen.
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Re: Bestes Fahrwerk und doch zu feige?

Beitrag von sanse »

Ich war anfangs auch skeptisch "was kann ich so einem Enduroreifen -Metzler EXP C- zutrauen. Naja und den Punkt überwunden geht da schon recht viel. Weder hinten, noch vorne ist ein Rand an der Reifenflanke. Da war ich schon etwas erstaunt. Nach 1200km so viel vertrauen in die Fuhre zu haben. Natürlich muss das Thermoteter mitspielen, das ist für mich immer ein großer Faktor. Als dieses warme Wochenende, vor 3 Wochen war, da hab ich einfach mal getestet was ging. Saubere Straßen und guter Asphalt und schwupps schrabbelt es rechts und links.
Nun ist die Frage, ob er das Federbein voll vorgespannt hat und hast du dies auch?
Gibt ja schon einige Einflüsse dafür.
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Franz
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Re: Bestes Fahrwerk und doch zu feige?

Beitrag von Franz »

Ich habe keine Probleme mit der GS, außer dass sie in den Kurven meist im Weg stehen:

Viele Grüße
Franz

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XTZ-Bastard

Re: Bestes Fahrwerk und doch zu feige?

Beitrag von XTZ-Bastard »

Hallo Kalle!
Ich bin von der FJR auf die :xt12: gekommen. Am Anfang dachte ich auch, es geht nicht viel mit der XT. Jetzt so nach 4500km bin ich gefühlt genau so schnell und schräg in den Kurven wie mit der FJR. Das Vertrauen kommt von ganz allein. Und zur GS kann ich nur sagen, das sie nicht so viel Rückmeldung gibt wie unsere 12er. Die kann es nicht besser wie die XT. Und das mit der Kurvengeschwindigkeit erledigt sich in dieser Saison bestimmt noch :-)
Frag einen Dritten, der mal mitfährt.
Supergü

Re: Bestes Fahrwerk und doch zu feige?

Beitrag von Supergü »

Servas !

Bin auch nicht der schnellste in den Kurven, dazu komme ich einfach zuwenig zum fahren.
Ist mir auch egal, brauche eh nichts mehr gewinnen, im öffentlichen Verkehr.
Mir ist wichtig das ich wieder gesund, daheim bei meiner Famille ankomme.
Glaub das ist ziemlich viel Übungssache, je mehr das man fährt, desto sicherer wird man.
Hauptsache es macht Spaß, jeder soll so fahren, wie er sich noch wohlfühlt.
Schöne Grüße Gü
Fliewatüt

Re: Bestes Fahrwerk und doch zu feige?

Beitrag von Fliewatüt »

Hallo Kalle

mach dir keinen Kopf - es gibt immer einen Schnelleren - und Kurvenfahren will geübt sein.

Ich habe mir vor zwei Jahren diese DVD gegönnt. Auch ich habe noch etwas gelernt, obwohl ich der Meinung war, kein schlechter Fahrer zu sein.
Eine andere Alternative wäre ein Sicherheitstraining - auch dort kannst du etwas über Kurventechnik hinzu lernen.

Ansonsten sind Tipps aus der Entfernung nur schwer zu geben.

Gruß Peter

PS: Moppedfahrn ist ein Lusthobby - nur keinen Frust aufkommen lassen :sonne:
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