Undichtigkeit am Kardan?

Yeti
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Re: Undichtigkeit am Kardan?

Beitrag von Yeti »

Sonic24 hat geschrieben: Mi 5. Feb 2020, 18:28 am Kardan Planetengetriebe.

Ich weiß nicht, ob das nur ein Flüchtigkeitsfehler war. Ein Planetengetriebe ist so etwas
Planetengetriebe.
Planetengetriebe.
Planetengetr.-2.jpg (11.36 KiB) 1737 mal betrachtet
Das haben z.B. schwere LKWs außen in den Radnaben. Die :xt12: hat da hinten Teller- und Kegelrad in Hypoidausführung, d.h. das Kegelrad greift unter der Mitte des Tellerrades an, also so
Hypoidgetriebe
Hypoidgetriebe
Hypoid.jpg (4.91 KiB) 1737 mal betrachtet
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sammy65
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Re: Undichtigkeit am Kardan?

Beitrag von sammy65 »

Da hat Yeti absolut recht!!!
Kann ich als gelernter MAN-Mechaniker genauso bestätigen.

Um Reparaturen/Diagnosen am Kardantrieb vorzunehmen, empfehle ich dringend die Lektüre des Yamaha XT1200 WHB Seiten 4-106 ff.!
Wenn man kein WHB besitzt, sollte man eh die Finger von den Bauteilen lassen ...
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TJoe
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Re: Undichtigkeit am Kardan?

Beitrag von TJoe »

Jetzt muss ich mal meinen Senf dazugeben.

An der von @Sonic24 gezeigten und angefragten Stelle (Anflanschung des Hinterachs-Getriebes an die Schwinge) hat Öl nix verloren! Basta.

1. Aus dem Hinterachs-Antrieb darf kein Öl raus.
2. Der linke Schwingenarm, in dem die Kardanwelle rotiert, enthält (ausser der Kardanwelle) nur Luft, und sonst nix.

Wenn also unten an der Schwinge aus der Bohrung Öl rauskommt oder sich an der Anflanschung ein Ölnebel breitmacht, gibt es nur 2 Gründe, wie das Öl da hinkommen kann:

1. Aus dem Winkeltrieb vorne am Motor, der die Kardanwelle antreibt, gerät Öl an der Welle entlang nach hinten oder tropft in den Gummifaltenbalg vorne an der Schwinge, und läuft von dort in der Schwinge nach hinten. Simmerring vorne am Winkeltrieb undicht.
2. Der Simmerring, der das Kegelrad im Hinterachs-Getriebe nach vorne zur Schwinge hin abdichtet, lässt Öl durch.

Aber nicht in Panik ausbrechen. Heisses Öl hat eine enorme Kriechfähigkeit und verbreitet sich (auf einem verdreckten Untergrund) sehr gut, so dass es immer hochgradig brisant aussieht. Dabei war das lediglich ein Tröpfchen. Nichtsdestotrotz die Sache beobachten und bei Gelegenheit angehen.
Grüsse
Joe (Joachim)
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Re: Undichtigkeit am Kardan?

Beitrag von Varaderotreiber »



Hier kann man ein wenig sehen, wie der Endantrieb aufgebaut ist. (mit Waffe auf dem Tisch :lol: ) Die Welle läuft trocken in der Schwinge. Das ganze neigt auch ein wenig zur Korrosion.
Ich könnte mir folgendes vorstellen: Ein Vorbesitzer oder ein Mechaniker meinte es gut und hat alles ordentlich gefettet. Das Fett wird bei Hitze flüssig und sieht dann aus wie Öl.

Nur mal so, als Idee.


Sowas in der Art hatte ich mal bei der Varadero. Plötzlich war da, nach längerer Fahrt im Sommer, ein Ölfleck unter dem Motorrad. Das sah für mich aus wie Motoröl. Hab dann ordentlich Panik geschoben, denn ich befürchtete einen defekten Wellendichtring. Der hinter dem Ritzel. Hätte bedeutet, Getriebegehäusehälften trennen. Ursache war aber: viel zu viel Kettenfett. Das Ritzel lief quasi in einem schwarzen Fettklumpen. Wenn der Klumpen heiß wurde, hat er diese "Öltropfen" abgesondert. :-)

Gruß Steffen
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Re: Undichtigkeit am Kardan?

Beitrag von Yeti »

sammy65 hat geschrieben: Mi 5. Feb 2020, 14:35 Das sieht doch schon sehr nach defekter Flansch-Dichtung aus!

Ist denn da eine Flanschdichtung vorgesehen ? Zum einen sollte es im Schwingenarm trocken sein, zum anderen müßte eine Dichtung Schrauben- und Betriebskräften standhalten. In dem Video sehe ich keine.
Im https://ypec-sss.yamaha-motor.co.jp/ype ... index.html müßte sie bei der :xt12: unter "24 Antriebswelle" stehen. Ich finde sie nicht, auch nicht in der Gruppe davor. Die alten BMWs hatten dort allerdings eine Dichtung, bei prinzipiell gleichen Verhältnissen.



Gruß, Yeti.
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Re: Undichtigkeit am Kardan?

Beitrag von sammy65 »

Yeti hat geschrieben: Do 6. Feb 2020, 15:14
sammy65 hat geschrieben: Mi 5. Feb 2020, 14:35 Das sieht doch schon sehr nach defekter Flansch-Dichtung aus!

Ist denn da eine Flanschdichtung vorgesehen ? Zum einen sollte es im Schwingenarm trocken sein, zum anderen müßte eine Dichtung Schrauben- und Betriebskräften standhalten. In dem Video sehe ich keine.
Im https://ypec-sss.yamaha-motor.co.jp/ype ... index.html müßte sie bei der :xt12: unter "24 Antriebswelle" stehen. Ich finde sie nicht, auch nicht in der Gruppe davor. Die alten BMWs hatten dort allerdings eine Dichtung, bei prinzipiell gleichen Verhältnissen.
Gruß, Yeti.
Ja, habe ich mir eben nach kurzer Überlegung auch gedacht und gleich mal den Teilekatalog bemüht, wo tatsächlich keine Dichtung aufgeführt ist. Wird dann so sein, wie Steffen es beschrieben hat: da sollte einfach kein Öl sein.
Und wenn doch, dann durch einen undichten Simmerring vorne oder hinten ... oder eben durch warmgewordenes Fett, was zuvor zu großzügig auf die Welle aufgetragen wurde ...

Stutzig hatte mich die Aussage von Sonic gemacht, dass Dichtungen proforma getauscht wurden?!?!

Ist doch schön, wie man sich hier eine Lösung nach und nach erarbeiten kann! ;)

Grüße, Ralf
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Re: Undichtigkeit am Kardan?

Beitrag von Yeti »

sammy65 hat geschrieben: Do 6. Feb 2020, 16:02 Und wenn doch, dann durch einen undichten Simmerring vorne oder hinten ... oder eben durch warmgewordenes Fett, was zuvor zu großzügig auf die Welle aufgetragen wurde ...
Wobei ich mich frage, was es dort soll.
sammy65 hat geschrieben: Do 6. Feb 2020, 16:02 Stutzig hatte mich die Aussage von Sonic gemacht, dass Dichtungen proforma getauscht wurden?!?!
Er schreibt leider nicht, welche
Sonic24 hat geschrieben: Mi 5. Feb 2020, 11:34 Dichtungen ok sind und proforma getauscht wurden.
Eine Dichtung pro forma zu tauschen geschieht wohl eher zur eigenen Beruhigung, hat jedoch wenig Aussicht auf Erfolg, wie auch in dem Fall. Grund: Wenn etwas an einer Dichtung herausläuft, dann ist in den wenigsten Fällen die Dichtung schuld, sondern meistens die Konstruktion drumrum: Dort gibt etwas nach und der Dichtung fehlt es an Pressung. Oder eine Dichtung wird unbemerkt beim Einbau beschädigt. Z.B. lynchen Grate an den Rillen auf dem Ventil die Schaftabdichtung. Irgendwo in Motorrad-online stand mal was, daß der Kardan-Wedi der Guzzi undicht würde, weil er über die scharfe Kante am Beginn der Welle geschoben würde. Da kann man Wedis tauschen so oft man will... Da gehört eine fein bearbeitete Fase dran, deren kleiner Ø kleiner als der der ungespannten Lippe sein muß ! Wenn die notwendige Wellenlänge für eine Fase fehlt muß eine Montagehilfe verwendet werden, z.B. ein passendes "Kondom".
Es sind immer die Kleinigkeiten, die Ärger machen. Der Umgang damit hat mich in 35 Jahren so gemacht, wie ich bin :lol: ! Deshalb muß
sammy65 hat geschrieben: Do 6. Feb 2020, 16:02 man sich Lösungen nach und nach erarbeiten! ;)
Grüße, Yeti.
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Franz
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Re: Undichtigkeit am Kardan?

Beitrag von Franz »

Franz hat geschrieben: Mi 5. Feb 2020, 11:54 Ich habe ein kurzes Stück Benzinschlauch (ca.2cm) in das Loch gesteckt. Jetzt tropft es am Schlauch, das Gehäuse bleibt sauber. Ölverlust am Kardan oder am Motor ist nicht feststellbar.
Den Benzinschlauch habe ich irgendwann verloren.
Der Kardan war nicht ölverschmiert.
Im April beim Reifenwechsel habe ich mal nachgesehen, ob ich noch Öl im Kardan habe. Ja, war bis oben voll.
Der Werkstattmeister meines Vertrauens sagte kleinlaut: "Da hab ich wohl beim letzten Ölwechsel irgendwie zu viel Öl reingemacht."
Viele Grüße
Franz

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