VW Abgasskandal Dieselgate

Yeti
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Re: VW Abgasskandal Dieselgate

Beitrag von Yeti » Fr 16. Mär 2018, 16:53

Tequila hat geschrieben:
Fr 16. Mär 2018, 12:13
... wird ja der Motor oft ab- und zugeschaltet. Dazu muss man aber erst mal Öldruck vorlegen. Toyota macht das, indem sie den Motor mit angehobener Nockenwelle ein paar Umdrehungen last frei durchlaufen lassen um den Öldruck aufzubauen, dann werden erst wieder die Ventile betätigt.
Der Unterschied zwischen Dir und mir ist der, daß Du recht haben willst, aber ich will es einfach nur verstehen. Wenn ich etwas nicht verstehe, dann sage ich das auch:

Warum man beim abgeschalteten Motor "Öldruck vorlegen" und dazu "den Motor ein paar Umdrehungen lastfrei" laufen lassen muß, das verstehe ich z.B. nicht. Andere Hersteller haben schon vor vierzig Jahren dafür gesorgt, daß der Ölkreislauf nach dem Abstellen nicht leer läuft und ab der ersten Umdrehung Öldruck da ist, natürlich bei Benzin- wie Dieselmotoren.
Das ist nur einer der Punkte, in dem die Argumente gegen den Diesel ein Loch haben. Dabei hat das eigentlich mit dem Diesel nichts zu tun, weil dessen Schmierölkreislauf und der des Benzinmotors sich prinzipiell nicht unterscheiden.

Yeti.
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Umsteiger
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Re: VW Abgasskandal Dieselgate

Beitrag von Umsteiger » Fr 16. Mär 2018, 18:00

Moin
Das ist ein 58 Jahre alter Skoda Motor, selbst der hat nach einer Umdrehung
vollen Öldruck. :daumen:

Gruß Stefan
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Tequila
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Re: VW Abgasskandal Dieselgate

Beitrag von Tequila » Fr 16. Mär 2018, 19:06

Yeti hat geschrieben:
Fr 16. Mär 2018, 16:53
Der Unterschied zwischen Dir und mir ist der, daß Du recht haben willst, aber ich will es einfach nur verstehen. Wenn ich etwas nicht verstehe, dann sage ich das auch:
Wenn dem so wäre, hättest du meine Ausführungen nicht "hanebüchen" genannt, sondern einfach gefragt "warum ist das so"? oder?
Yeti hat geschrieben:
Fr 16. Mär 2018, 16:53
Warum man beim abgeschalteten Motor "Öldruck vorlegen" und dazu "den Motor ein paar Umdrehungen lastfrei" laufen lassen muß, das verstehe ich z.B. nicht.
Dann lass` es mich einfach erklären: Die Benziner in den Hybrid Fahrzeugen von Toyota arbeiten nach dem Atkinson Prinzip und da das mit einem konventionellen Kurbeltrieb sowieso nur über variable Ventilsteuerung geht, kann man auch diese Technik gleich nutzen um den Motor zwei, drei Mal durchzudrehen bevor man ihn startet. Damit wird Öldruck aufgebaut, die Zylinderlaufwände mit Schmierstoff versorgt etc. Stimmst du mir denn wenigstens zu, dass gerade diese Anlauf Situation sehr verschleißfördernd ist? Stimmst du mir weiterhin zu, dass die Anzahl der Start/Stop Vorgänge bei einem Hybrid System wesentlich höher ist als bei einem konventionellen Antrieb? Also was spricht dagegen, den Motor lastfrei zu drehen um damit die Ölversorgung (zumindest) zu verbessern? :denker:
Umsteiger hat geschrieben:
Fr 16. Mär 2018, 18:00
Das ist ein 58 Jahre alter Skoda Motor, selbst der hat nach einer Umdrehung
vollen Öldruck. :daumen:
Stefan, was sagtest du noch gleich, wie du das gemessen hast? :roll:
Viele Grüße
Heinz

* hoffentlich werd` ich nie erwachsen *

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Re: VW Abgasskandal Dieselgate

Beitrag von Umsteiger » Fr 16. Mär 2018, 19:58

Du wirst es nicht glauben, da haben wir in der Werkstatt
Messuhren für und den Motor haben wir vor der Demontage gemessen genau so wie die Kompression
Gruß Stefan

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Re: VW Abgasskandal Dieselgate

Beitrag von Umsteiger » Fr 16. Mär 2018, 20:18

@Yeti
Du hättest deinen Spaß daran, Alublock und Grauguß Kopf
Die Laufbuchsen wie neu, Kolben und Ringe ohne
nenenswerte Laufspuren. Die Ventile sind noch 100% dicht. Dreifach Steuerkette die Lagerschalen noch Topfit
die Ölpumpe ohne Verschleiß. Unverwüstlich das Teil.
Gruß Stefan

Yeti
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Re: VW Abgasskandal Dieselgate

Beitrag von Yeti » Fr 16. Mär 2018, 21:05

Umsteiger hat geschrieben:
Fr 16. Mär 2018, 20:18
Das ist ein 58 Jahre alter Skoda Motor...@Yeti Du hättest deinen Spaß daran

Ganz sicher :) ! So sahen damals viele Motoren aus - nicht immer so sauber :daumen: .
Umsteiger hat geschrieben:
Fr 16. Mär 2018, 20:18
Alublock und Grauguß Kopf. Die Laufbuchsen wie neu, Kolben und Ringe ohne nenenswerte Laufspuren

...und Stiftschrauben (nicht zu fest reindrehen !) mit Muttern zur Kopfbefestigung - herrlich. Das waren vermutlich
nasse Buchsen, oder ? Das erinnert mich an einen Fiat-1900-Motor, den ich vor ziemlich genau 60 Jahren grund-
überholte. Weil der nicht auf den Bock für unsere Opels paßte baute ich den frei auf einem Montagebock in der
Werkstatt auf, samt Kühler usw davor. Dann ließ ich ihn laufen - er hüpfte nicht runter :) !

Am anderen Morgen hechelte ich noch vor dem Gang zur Stechuhr nach dem Motor um zu schauen, ob die Buch-
sen dicht sind > kein Wasser im Öl :-) ! Ich denke gern an diese Lehrzeit zurück :) ! Danke für den Anstoß dazu.

Grüße, Yeti.
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Re: VW Abgasskandal Dieselgate

Beitrag von Umsteiger » Fr 16. Mär 2018, 21:33

Auch die Stößelstangen wie neu kein Verschleiß an Köpfen
und Pfannen ich wundere mich wie die das mit der
Härtung hin bekommen haben. Das Getriebe ist auch
Super noch mit Ölschmierung fürs Ausrücklager

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Re: VW Abgasskandal Dieselgate

Beitrag von juergen007 » Sa 17. Mär 2018, 08:05

Tequila hat geschrieben:
Fr 16. Mär 2018, 12:45
juergen007 hat geschrieben:
Fr 16. Mär 2018, 12:35

Was die angesprochene Subvention von Dieselkraftstoff betrifft, ist diese schon lange nicht mehr haltbar. Das wäre ein kleiner aber richtiger Schritt, den Kraftstoff angemessen zu besteuern und gleichzeitig den Dieselfahrern entsprechende Anreize zu schaffen, auf ein umweltfreundlicheres Fahrzeug umzusteigen.
Das wäre ein RIESEN schritt und er würde Millionen gebrauchter Dieselfahrzeuge unverkäuflich machen :denker: .... „die Geister, die rief“ :hirn:
Richtig... nur würde eine solche Aktion kontrolliert ablaufen und die Halter von Dieselfahrzeugen werden nicht besch.... von irgendwelchen multinationalen Autokonzernen.

Beim KAT und der Abwrackprämie hat das auch wunderbar gefunzt.

Frag mal den Besitzer eines aktuellen Schummel Diesels was er jetzt für sein Auto noch bekommt - wenn er es überhaupt losschlagen kann.

Warum in aller Welt soll ein Kraftstoff subventioniert werden, der für künftige Umweltkonzepte sicher kein Thema sein wird?

Wenn aber Deutschland tatsächlich auf die E Karte setzt, sollte man sich eben bewusst sein, dass heute 45% des deutschen Stromhaushaltes aus saudreckiger Braunkohle oder verstromten Öl/Gas hergestellt werden.

In Norwegen beispielsweise werden 98% aus erneuerbaren Energien ( Wasserkraft ) produziert.

Klar hat da Norwegen den geographischen Bonus, die Zahlen zeigen aber auf wo wir hierzulande stehen....

Championsleague Niveau sieht anders aus.
Triumph Tiger Explorer & Aprilia shiver V2 bella Italia

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tenalex
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Re: VW Abgasskandal Dieselgate

Beitrag von tenalex » Di 3. Apr 2018, 17:52

Kam zwar schon letzte Woche im Radio, heute aber per Newsletter schwarz auf weiß:

OLG Köln zum Abgasskandal: Rücktritt vom Kaufvertrag trotz installierten Software-Updates nicht ausgeschlossen
zu OLG Köln , Beschluss vom 27.03.2018 - 18 U 134/17


Die Rückabwicklung des Kaufvertrags über ein vom Abgasskandal betroffenes Fahrzeug kommt auch dann in Betracht, wenn der Käufer bereits ein Software-Update installieren ließ und das Fahrzeug anschließend genutzt hat. Darauf weist das Oberlandesgericht Köln in einem Beschluss vom 27.03.2018 hin (Az.: 18 U 134/17).


Käufer nach Installation des Software-Updates vom Kaufvertrag zurückgetreten

Der Käufer hatte von der Verkäuferin, die ein Audi Zentrum betreibt, im Januar 2015 einen gebrauchten Audi A 4 2,0 TDI Ambition erworben. Im September 2016 erfolgte das Software-Update durch die Verkäuferin. Im Dezember 2016 trat der Kunde vom Kaufvertrag zurück.

OLG: Wirksamer Rücktritt nicht ausgeschlossen

Das OLG weist darauf hin, dass es nicht ausgeschlossen sei, dass der Rücktritt des Käufers trotz des installierten Software-Updates wirksam sei. Es erläutert, dass der Käufer die Darlegungs- und Beweislast für das Fehlschlagen einer vorgenommenen Nachbesserung nur dann trage, wenn er eine ihm als (Nach-)Erfüllung angebotene Leistung als Erfüllung angenommen habe.

Verkäufer hier für erfolgreiche (Nach-)Erfüllung darlegungs- und beweisbelastet

Stehe jedoch – wie hier – ein Sachmangel (der Einsatz der Manipulationssoftware) bei Gefahrübergang fest, sei der Anspruch des Käufers auf Übergabe und Übereignung einer mangelfreien Sache zunächst nicht vollumfänglich erfüllt worden. Werde dem Käufer die als Nachbesserung in Betracht kommende Leistung – hier das Software-Update – nicht unter Anerkennung des ursprünglichen Mangels als Nacherfüllung angeboten und lasse der Käufer die Leistung auch deshalb durchführen, weil er eine Gefährdung der Betriebszulassung befürchten müsse, verbleibe es dagegen bei der grundsätzlichen Darlegungs- und Beweislast des Schuldners/Verkäufers für das Gelingen der (Nach-)Erfüllung. Zudem seien den Kunden die zur Beurteilung des Erfolgs der Nachbesserung notwendigen Details nicht bekannt gewesen. Das spreche dafür, dass der Käufer die erfolgte Nachbesserung inhaltlich nicht habe billigen wollen, sondern an der Durchführung des Software-Updates nur deshalb mitgewirkt habe, um das Fahrzeug weiterhin nutzen zu können.

Käufer muss aber konkrete Folgemängel darlegen

Laut OLG muss der Käufer allerdings konkrete Sachmängel darlegen, die auf das Software-Update zurückgehen sollen. Dem habe der Kläger genügt, indem er nachteilige Auswirkungen des Software-Updates auf die Motorleistung, den Verbrauch, die CO2-Emissionen und die Lebensdauer des Pkw oder seiner Teile (Verschleiß) behauptet habe.

Nachfristsetzung mangels neuer verfügbarer Lösung nicht erforderlich

Einer Nachfristsetzung habe es hier nicht bedurft, so das OLG weiter. Eine erneute Nachbesserung hätte es unter anderem erfordert, dass der Hersteller eine neue Lösung zur Einhaltung der Stickstoffoxid-Emissions-Grenzwerte unter Beibehaltung der bisherigen Leistungs- und Verbrauchswerte sowie unter Schonung der Bauteile des Fahrzeugs entwickelt, erprobt und nach Erwirkung einer neuerlichen Freigabe des Kraftfahrtbundesamtes in der erforderlichen Menge hätte herstellen lassen. Den Käufern könne es nicht zugemutet werden, sich erneut auf eine ungewisse Nachbesserung mit unbekanntem Inhalt in einem nicht prognostizierbaren zeitlichen Rahmen einlassen zu müssen.

Beweiserhebung über Folgemängel angeordnet

Das OLG hat nun eine Beweiserhebung angeordnet, zu deren Vorbereitung er dem Verkäufer aufgegeben hat, die Wirkungsweise der ursprünglich, also vor dem Software-Update, zur Motorsteuerung eingesetzten Software in beiden Betriebsmodi sowie des Software-Updates und des im Zusammenhang damit eingebauten Strömungsgleichrichters darzulegen. Anschließend solle mit Hilfe eines Sachverständigen insbesondere darüber Beweis erhoben werden, ob das Software-Update nachteilige Auswirkungen auf die Leistung, den Verbrauch, die Stickstoffoxid- und die CO2-Emissionen und die Lebensdauer des Fahrzeugs oder einzelner Bauteile hat.

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 3. April 2018
LHzG
Alexander

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Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen, wenn wir uns entschließen, einmal daraus zu erwachen.
(Josephine Baker)

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