Der kleine Tiger und die großen Ténéré in den Dolomiten

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DrWolle
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Der kleine Tiger und die großen Ténéré in den Dolomiten

Beitrag von DrWolle » Mi 12. Sep 2018, 18:20

Dies ist der Bericht zur Foren-Dolotour 2018 natürlich aus meiner beziehungsweise Elviras Sicht. Daher sind alle anderen Teilnehmer natürlich eingeladen, den Bericht zu ergänzen, gerne auch mit Fotos und Filmchen soweit vorhanden.
Dem Stefan und dem Thomas meinen Dank für die tollen Touren und die Organisation. Jungs, das habt ihr super gemacht!
Es war oder besser ist eine tolle Truppe, die an der Dolotour teilgenommen hat. Sozusagen die kleine Version vom Himmelfahrtskommando ;-) Ganz großes Kino eben!
Viel Spaß beim Lesen :-)

Leider gibt es nicht allzu viele Fotos, schließlich waren wir ja zum Fahren in den Dolos ;-)
Gruß Wolle
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Re: Der kleine Tiger und die großen Ténéré in den Dolomiten

Beitrag von DrWolle » Mi 12. Sep 2018, 18:24

Dolos Tag 1 – Samstag, 08.09.2018
Nachdem wir gestern Nachmittag mit viel Verspätung in Altona auf den Autoreisezug verladen haben gings dann doch pünktlich um 17:55 Uhr los. Das Verladen war diesmal etwas „unorganisiert“, weil nicht wie gewohnt Moppeds zuerst verladen wurden, sondern immer nur zwischen den Autos verladen wurden. Auf Nachfrage sagte uns der Lademeister, das ist wegen der Gewichtsverteilung, der Zug sei komplett ausgebucht.
Die Fahrt war ganz easy und entspannt, wir sind auch zeitig in der Koje verschwunden, es ga ja nix zu sehen weil es schnell dunkel wurde. Am nächsten Morgen war Elvira nicht mehr vom Fenster weg zu bekommen, immer wieder Berge ;-) Nach einem „Schlemmerfrühstück“ haben wir uns umgezogen und aufs entladen vorbereitet. Trotz der Verspätung ging es dann ganz zügig. Gegen zwölf sind wir dann vom Bahnhof Verona gestartet in Richtung Norden. Es waren ca. 175 km zu fahren. Ursprünglich wollte ich ganz entspannt das Tal entlang bis Bozen und dann rechts nach Eggen fahren. Zum Glück habe ich bei Trient die Abfahrt verpasst und so hat uns die Uschi dann eine schöne kurvige Strecke entlang der Berge geführt. Elvira war teilweise am Schimpfen wie ein Rohrspatz, schließlich hatte sie nicht damit gerechnet, dass es heute schon kurvig werden würde ;-) Doch lassen wir das doch Elvira selber beschreiben:
„Wer mich kennt weiß: Berge sind toll. Wenn ich nach Thüringen fahre und komme Saalfeld die Straße rein, geht mir das Herz auf. Das ist hier noch etwas schlimmer. Es wurde hell, der Zug fuhr über den Brenner und vorbei war‘s mit mir – ich konnte gar nicht so schnell gucken – so viele Berge und so hoch. Irre. Tja: und das blieb dann ja so. Rauf aufs Motorrad und ab Richtung Hotel und alles voller Berge….und Kurven ;-) Das hat mich zwar nicht völlig unerwartet getroffen aber in dem Maaß doch ziemlich heftig. Aber gut war‘s doch – der erste Vorgeschmack auf das was noch kommen sollte.“
Wie gesagt, es war die richtige Einstimmung für diese Tage in den Dolomiten und mit dem Baby-Tiger hats mit vollem Gepäck und Sozia auch wunderbar geklappt. Von meiner Sozia wusste ich das ja schon dass sie Bergtauglich ist, und der Tiger hat seine Tauglichkeit auch bewiesen. Im Hotel angekommen warteten schon ein paar Teilnehmer des Ténéré-Dolo-Treffen, insofern hat sich dann schon eine entspannte mit Vorfreude gepaarte Atmosphäre ergeben. Noch ein bisschen Benzingespräche und so gegen zehn gings dann in die Heia.
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Tiger wird angetüddelt
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Fertig aufgerödelt bei 26°
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Warten auf die Verladung, natürlich im Regen
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Re: Der kleine Tiger und die großen Ténéré in den Dolomiten

Beitrag von DrWolle » Mi 12. Sep 2018, 18:34

Dolos Tag 2 – Sonntag 09.09.2018
Heute war die erste Rundtour von ca. 240 km geplant. Südlich von Eggen über schöne Sträßchen wie z.B. die Kaiserjägerstrasse. Nach dem super Frühstück war aufrödeln angesagt, weil unser Scheffe Stefan die Abfahrt auf 09:00 Uhr gesetzt hat. Pünktlich gings dann auch los, über den Passo di Lavazé nach Cavalese zum Tanken. Dort erfolgte dann die Aufteilung in drei Gruppen, damit wir insgesamt entspannter unterwegs sein können. Soweit so gut. Allerdings hatte mein Navi dann Schluckauf, weil die ersten 20 km der Tour auch den letzten 20 km entsprachen. Irgendwie war Uschi der Meinung, dass sie nun zwischen dem ersten und letzten Wegpunkt hin und her pendeln muss… Daraufhin ist André mit seinem TomTom eingesprungen. War ja keine Problem, aber sein Navi war dann der Meinung, dass es eine alternative Tour fahren will. Was im Nachhinein nicht schlimm war, wir sind dann über den Passo di Valle, den Karerpass und den Passo Nigra sowie einen herrlichen kleine Sträßchen zurück zum Hotel gefahren. Auf dem Karerpass waren wir standesgemäß im Hotel Savoy zum Mittagessen. Richtig anspruchsvoll war dann zum Schluss die SP 132 über Steinegg, Gummern und Obergummern, jeweils 12 enge Kehren bergauf und nachher wieder bergab ;-)
Da wir zum Schluss einige anspruchsvolle Strecken gefahren sind und Elvira als Gebirgsneuling dann doch ziemlich fertig war, haben beschlossen, dass wir heute zeitig zurückfahren. So waren wir dann so gegen Drei im Hotel und konnten den Nachmittag genießen bei kühlen Getränken und Benzingesprächen. So gegen Fünf kamen dann die anderen zwei Gruppen zurück ins Hotel. Alle Garmin-Nutzer hatten ähnliche Probleme wie wir. Vermutlich lag es daran, dass ca. 20 km der Tour sowohl Hin- als auch Rückweg waren und die Uschis immer zwischen den jeweils nächsten Wegpunkten hin und her sprangen. Im Nachhinein half dann einfach die Neuberechnung zu deaktivieren und alles war wieder gut ;-)
Elvira hat dazu eine eigene Meinung:
„Und es kam schlimmer…… Ist schon ne tolle Gegend aber für mich als Flachländler ziemlich ….“anspruchsvoll“ – womit ich meine: mein Gott war das anstrengend/beängstigend. Der größte Teil der Tour war wunderbar aber die letzten 20 km 24 Kehren!!!!! War per Helmfunk mit Barbara verbunden und sie weiß, was ich für Worte gebraucht habe  Aber ich bin glücklich, das Wolle mich mitgenommen hat und hoffe, am Ende der Woche klappt das alles besser.“
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Bergblick
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Unser tolles Hotel
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Elviras erster nennenswerter Pass
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Standesgemäße Pause im Savoy
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Re: Der kleine Tiger und die großen Ténéré in den Dolomiten

Beitrag von DrWolle » Mi 12. Sep 2018, 18:44

Dolos Tag 3
Heute soll es über den Mendelpass und das Gampenjoch Richtung Meran gehen. Kurz vor Meran biegen wir ins Ultental ab und dann weiter durch den Tunnel über Laurein und Cles nach Mezzo Lombardo, weiter via Val Di Cembra Richtung Cavalese und den Passo Di Lavazé zurück zum Hotel. Insgesamt rund 246 km voller Kurven und Kehren.
Um Neun gings es los, aufgeteilt in vier Gruppen sind wir in fünf Minuten Abständen aufgebrochen. Noch ein kurzer Tankstopp und ab ging die Post. Erst noch durch den kühlen Höhenwald und dann hinunter ins Bozener Tal und wieder auf Höhe gehend über den Mendelpass. Der ist schon gut zu fahren, schöne weite Kehren und griffiger Asphalt, wir haben einige Autos geschnupft und es angemessen laufen lassen! Kurz vor dem ausgesetzten Teilstück hatte ich Glück und konnte noch zwei Wanderbaustellen überholen und hatte freie Fahrt ;-) Meine Gruppe musste sich leider dahinter einreihen, aber sie haben sich trotzdem gefreut als wir auf der Passhöhe zum Fotostopp angehalten haben. Elvira hat stolz berichtet, dass sie zwei Moppeds überholen konnte, was für sie als Bergneuling schon mal einen Schub für das Selbstbewusstsein gegeben hat! Die weitere Strecke ließ sich super fahren, wir hatten über das Gampenjoch wenig Verkehr und konnten den Kurvenswing genießen. Lediglich die letzten Kilometer runter nach Meran wurden dann etwas lang, zwei Österreicher mit ihren PKW spielten Wanderbaustelle und so stauten sich einige PKW und wir Moppeds dahinter. Aber egal, wir sind links ins Ultental abgebogen und die Österreicher fuhren geradeaus.
Das Ultental ist wunderschön, viele Kurven und Tunnel, aber es lässt sich flüssig fahren. Weil es so langsam Mittagszeit wurde hielten wir Ausschau nach einem Restaurant, aber diesbezüglich erwies sich das Ultental als unterentwickelt, erst als wir wieder auf der Trentiner Seite aus dem Verbindungstunnel kamen tauchte ein Berggasthof auf, den wir dann auch hungrig heimgesucht haben. Wir hatten Knödel- und Kürbissuppe bzw. Spiegelei mit Bratkartoffeln und Speck, dazu eine leckere Holunderschorle und zum Abschluss einen Espresso.
Ab Cles und dem Santa Gluitina See hat sich das Ganze ein bisschen gezogen und wir sind durch das weitläufige Obstanbaugebiet gefahren. Auch schön, viele Kurven aber eben von Ort zu Ort und fahrdynamisch nicht die Offenbarung. Aber der Weg ist das Ziel. Anschließend vor der Abzweigung in das Val Di Cembra gabs noch eine kurze Pause und danach passte es wieder mit dem Kurvenswing in Richtung Cavalese. Dazu immer wieder tolle Ausblicke ins Tal und zu den gegenüberliegenden Bergen, einfach nur schön. In Cavalese haben wir dann unseren Rössern wieder frischen Lebenssaft gegönnt und sind zum Endspurt über den Lavazé gestartet. So gegen halb sechs waren wir dann rundgrinsend wieder am Hotel angelangt. Dort gönnten wir uns einige kühle Getränke und anschließend eine erfrischende Dusche bevor es zum Essen ging. Und wieder ging ein schöner und erlebnisreicher Fahrtag zu Ende.
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Kurven kratzen am Mendel
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Smoking-Zone
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Cappucciono-Pause
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Schöner Zwischenstop
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Fernblick am Mendelpass
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Re: Der kleine Tiger und die großen Ténéré in den Dolomiten

Beitrag von Schwenker-Markus » Mi 12. Sep 2018, 19:46

Ich kann Wolle‘s Lob für Orga, Strassen und Touren nur bestätigen.
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Passo Rolle
Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.
Meine Motorräder: RD50 / RD 125 / XTZ 750 / 20 Jahre Pause / R1200 GS / XT 1200 ZE (DP04)

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Re: Der kleine Tiger und die großen Ténéré in den Dolomiten

Beitrag von DrWolle » Fr 14. Sep 2018, 12:41

Dolos Tag 4
Da die Mädels heute einen Popo-Pflege-Tag einlegen wollten konnte ich mit meiner nun kleineren Gruppe etwas entspannter unterwegs sein weil keine Sozia an Bord war. Es ging wie nun schon gewohnt pünktlich nach dem Frühstück um Neun los. Diesmal runter nach Bozen und dort weiter zur Via Principale über Unterinn, Klobenstein und Lengstein, Barbian und Villanders nach Brixen. Von dort der alten Brennerstrasse folgend bis zum Pustertal. Im Pustertal ging es weiter auf der Strade del Sole bis nach Bruneck. Von dort ging es weiter über den Furkelpass und dem Würzjoch wieder grob in Richtung Brixen. Dort auf verschiedenen kleinen Bergstäßchen immer am Westhang des Tales entlang nach Kastelruth und von dort weiter über Völs zum Nigerpass. Kurz unterhalb des Karerpasses gings dann wieder runter ins Tal und über Deutschnofen zurück zum Hotel.
Diese kleinen Höhensträßchen und das Würzjoch hatten es teilweise ganz schön in sich, schmale Fahrbahn, enge und steile Kehren und dazu leider auch stellenweise ziemlich kaputten Straßenbelag. An sich kein Problem für Reiseenduros, aber eben auch kein richtiger Kurvenswing. Spaß hats trotzdem gemacht! Vor Allem der tolle Blick ins jeweilige Tal hat uns für die Straßen entschädigt. Außerdem hatte es zwischendurch immer wieder super Streckenabschnitte, sodass sich die losgeschüttelten Plomben wieder setzen und wir elegant um die Ecken swingen konnten. Zum Mittag fanden wir ein nettes Café, wo es ein paar lecker Panini mit Speck und Käse gab, dazu Cappuccino, Cola und Espresso.
Leider musste sich Peter dann absetzen, weil er sich einen Muskel gezerrt hatte und lieber direkt ins Hotel wollte. Ist verständlich, mit Schmerzen im Rücken machen diese kleinen holprigen Sträßchen keinen Spaß. Nun waren wir nur noch zu Zweit. Das hatte insofern den Vorteil, dass wir nun recht gut an Autos und Bussen vorbeiziehen konnten, gerade ab Kastelruth war die Straße dafür gut geeignet, weil breit, im guten Zustand und schön geschwungen. Zurück am Karersee entlang wars dann wegen der tief stehenden Sonne etwas unangenehm, weil sie blendete, aber wir sind trotzdem gut wieder im Hotel gelandet. Es war eine tolle Runde und hat richtig Laune gemacht.
Außerdem haben wir wieder etwas Neues über mein Montana gelernt. Gerade in den Dörfern entlang der Höhenstraßen versucht das Navi immer mal eine Abkürzung, einmal war es der Meinung, anstatt einer langen Kurve zu folgen wäre es doch sinnvoll geradeaus mit ca. 40% Gefälle einen Wirtschaftsweg zu nehmen und diesen an der gegenüberliegende Seite wieder hoch zu fahren, ebenfalls mit ziemlicher Steigung. Natürlich war der Weg geschottert, schließlich ist das Montana ja ein offroad-Navi… und will manchmal wohl einfach back to the roots…
Am Hotel haben uns dann zwei relaxte Mädels und der Peter, mittlerweile mit Ibos gedopt, begrüßt. Bevor wir uns landfein gemacht haben gab es noch kalte isotonische Getränke. Dann wieder ab 19:00 Uhr ein lecker 4-Gänge Menü. Zum Tagesabschluss folgten dann auf der Terrasse die obligatorischen Benzingespräche.
Elvira:
„Heute machen wir Mädels Popo-Pflege  Kurz und schmerzlos beim Frühstück entschieden – wir fahren heute nicht mit. Mein Körper und Kopf danken es mir. Ich habe Zeit die Eindrücke zu verarbeiten und nach der gestrigen 250 km Tour hat mein Körper Zeit sich zu erholen. Es gibt doch eine Menge Stellen die wehtun. Man sollte so eine Strecke in den Bergen nicht unterschätzen. Sie fordert sowohl vom Geist auch als vom Kopf ne Menge Konzentration und Kraft. Ein Glück, dass Wolle alles mit der Helm-Cam filmt, dann kann ich mir später ansehen, wo ich überall war. Viel Zeit nach rechts oder links zu schauen hab ich bei den vielen Kurven einfach nicht. Vor allem, wenn es steil Bergab geht oder wir über tiefe Schluchten fahren…..ich sag nur Höhenangst ;-) Wolle ruft dann immer über den Helmfunk „AUF DIE STRASSE SCHAUEN!!!“
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Weitblick
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Suchbild ;-)
Gruß Wolle
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Re: Der kleine Tiger und die großen Ténéré in den Dolomiten

Beitrag von DrWolle » Fr 14. Sep 2018, 12:47

Dolos Tag 5
Heute hat unsere Gruppe beschlossen, dass wir nur eine „kleine“ Runde fahren wollen. Die Grundplanung sah vor, dass wir über den Karerpass gen Sella-Gruppe fahren wollen, dort über den Fedaya-Pass und den Passo Giau weiter zum Falzarego und dann entweder den nördlichen Teil der Sellarunde oder direkt zum Pordoi und dann wieder zurück zum Hotel fahren. Aber es kam dann doch anders als geplant.
Los gings erst mal zum Karerpass. Leider hatten wir das Pech, dass wir die ganze Zeit einen Bus vor uns hatten, zwar mit italienischem Kennzeichen, aber der Fahrer wirkte auf Grund seines „Fahrstils“ völlig überfordert mit den Serpentinen. Teilweise gings nur im Schritttempo um die Ecken, immer kurz vorm anhalten, das war mit den Moppeds absolut nervig, zumal er uns auf den geraden Abschnitten keine Chance zum Überholen gab. Elvira hat das langsam fahren speziell in den Kehren ziemlich zu schaffen gemacht, dazu dann immer wieder der Blick in die Tiefe, mit Höhenangst kein Spaß. Kurz vor der Passhöhe kamen wir endlich am Bus vorbei und entschlossen uns dann für einen kurzen Stopp auf der Passhöhe. Danach gings dann weiter runter ins Tal Richtung Canazei. Die Abfahrt vom Karerpass war schön, an sich flüssig zu fahren, doch auf Grund der Straßenführung ergab sich ein toller Blick ins Tal. Leider war dieser Blick für Elvira mit ihrer Höhenangst ein Problem. Gerade in Verbindung mit der durch den Bus erschwerten Auffahrt war es für heute zu viel für Elvira. Ich bin dann mit ihr zurück zum Hotel und hab sie dort abgeliefert während Peter und die Flohs weiter die geplante Tour gefahren sind.
Wir sind dann wieder aufs Mopped gestiegen und dann ebenfalls in Richtung Berge aufgebrochen. Als einzelnes Mopped konnte ich das dann zügig angehen lassen und so gings dann zunächst über den Fedaia zum Lago Fedaia, wo wir eine kurze Pause gemacht haben. Anschließend dann Richtung Passo Giau. Am Pass hatten wir richtig Glück, kein Auto vor uns, nur ein paar Radfahrer, so konnten wir die 29 Tornanti zügig angehen und den Pass hoch brausen. Das hat richtig Spaß gemacht und oben auf dem Pass haben wir erst einmal die Aussicht bewundert. Der Tiger knisterte derweil leise vor sich hin, ihm war doch recht warm geworden ;-) Danach dann eine zünftige Brotzeit in der Hütte und weiter ging die wilde Jagd runter ins Tal Richtung Passo Falzarego. Hier klappte es ebenfalls mit der zügigen Auffahrt, die paar PKW hat das Tiger-Baby schnell weggeschnupft. Dann weiter zum Pordoi-Joch. Bis kurz vor der Auffahrt war noch Alles gut, doch dann war Schluss mit lustig. An einer Baustelle ging für ein paar Minuten gar nichts mehr, eine PKW-Fahrerin meinte, die gut 3 m breite Fahrspur sei zu schmal für sie, um am Asphaltfertiger vorbei zu kommen und blieb erst einmal stehen. Doof nur, dass es mitten in einer steilen Kurve war… Gut, irgendwann hatten ihr die Bauarbeiter gezeigt, dass es doch genug Platz hat und sie zuckelte dann weiter, gefühlt mit 100 Moppeds und 1000 Autos im Schlepptau! Glücklicherweise hat sie sich dann nach einem erneuten, unnötigen Stopp entschieden, auf den nächsten Parkplatz zu fahren. Endlich wieder freie Bahn ;-)
Doch zu früh gefreut, nach ein paar Kehren sind wir mal wieder auf einen Bus, gefolgt von zwei Wanderdünen, aufgelaufen. Was bedeutete, bis zum Pass überwiegend im ersten Gang und gefühlter Schrittgeschwindigkeit zu fahren. Natürlich hat sich der Bus wieder auf den leider zu kurzen Geraden breit gemacht, so war das nix mit Überholen. So langsam ging mir das richtig auf die Nerven. Ich war kurz davor, die Brechstange raus zu holen, doch, ich glaube es war die vorletzte Kehre vor der Passhöhe machte der Bus Platz, endlich konnten wir vorbei ziehen und hatten dann bis zur Passhöhe freie Bahn. Zur Beruhigung machten wir dann einen kurzen Stopp, weil wir gesehen haben, dass der Bus auch auf dem Pass hält und eine Ladung Touristen ausspuckte.
Auf dem Weg runter hatten wir dann für die Hälfte der Abfahrt frei Bahn und dann kam es noch schlimmer, ein deutscher Reisebus mit einem Fahrer, der sowas von überfordert war mit den Kehren… Bei den Rechts-Kehren zog er immer in die Fahrspur vom Gegenverkehr rein, hielt dort kurz an, und jedes Mal, wenn wir dahinter fahrenden Motorräder dann vorbei huschen wollten zog er, die Lücke zu. Zu Allem Unglück mischten da auch noch einige Radfahrer mit, die immer versuchten, sich zwischen uns Moppeds zu drängeln. Kaum gings wieder geradeaus machte der Bus die Straße dicht, er fuhr einfach in der Straßenmitte und kam im Traum nicht auf die Idee, mal bei den vielem Möglichkeiten rechts ran zu fahren und den Verkehr durch zu lassen. Einmal kam ihm in einer Kehre ein Bus bergauf entgegen, das war ein Spaß… Wenn der andere Bus nicht zurückgesetzt hätte, würden wir wohl heute noch an der Kehre in der Kehre stehen ;-(
Naja, irgendwann waren wir dann in Canazei und der Bus bog auf einen Hotelparkplatz ab. Alle die dann weiterfahren konnten haben ihm dann noch ein fröhliches Hupkonzert verpasst. Leider sind wir dann auf der weiteren Strecke bis zur Abzweigung zum Karer-Pass in den Feierabendverkehr gekommen. Aber egal, immerhin konnten wir mit gleichmäßigen 50 km/h dahin rollen.
Der Karer-Pass ließ sich zum Glück flüssig fahren, bergab hatten wir dann den Linienbus vor uns, aber der machte gleich Platz, so gings dann flüssig weiter. Im Hotel angekommen hatte ich so was von die Schnauze voll, ich wollte den nächsten Tag eigentlich nicht wieder aufs Mopped steigen! Doch Peter konnte mich dann am Abend mit einer kurzen Tour ins Sarntal und nach Jenesien doch überzeugen, auch Elvira meinte dann, sie würde es noch mal versuchen wollen.
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Pass-Schild
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Bergspitze
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Ebenfalls die Marmolata
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Blick auf die Marmolata
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Fedaia-Stausee
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Blick nach oben vom Giau
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So langsam wirds eng auf dem Schild am Giau
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Re: Der kleine Tiger und die großen Ténéré in den Dolomiten

Beitrag von DrWolle » Fr 14. Sep 2018, 12:50

Dolos Tag 6
Heute wird’s ein entspannter Tag, keine wilden Pässe, einfach entspanntes cruisen. Erst einmal ging es runter nach Bozen. Leider durch viele Tunnel und nicht die alte Straße. Aus Sicht der Bewohner machen die Tunnel natürlich Sinn, aber für uns Mopped-Fahrer ist es eher langweilig. Spannend finde ich, dass es in Bozen schon wieder richtig sommerlich war, während wir im Eggental noch ca. 14° hatten. Peter hat uns dann durch Bozen geführt, eine sehenswerte Stadt mit vielen schönen Häusern aus der österreichischen Zeit, dazu einige wunderschöne Chalets, umgeben von Gärten und Weinreben. Dann gings wieder aus der Stadt raus ins Sarntal, wieder viele Tunnel, aber dann auf einer schön geschwungenen Straße Richtung Penser Joch. Kurz vor der Passauffahrt machten wir eine Kaffee-Pause und sind wieder zurück nach Bozen, um die berühmte Straße nach Jenesien hoch zu fahren. Dort ging es weiter über die Hochebene Richtung Meran. Ein schönes fahren und landschaftlich ein bisschen wie Schwarzwald und Harz, aber mit einem tollen Blick auf die hohen Berge westlich von der Hochebene. Die Abfahrt Richtung Meran war wunderschön, ein weiter Blick über Meran und auch in Richtung Etschtal. Kurz hatte ich die Idee, doch mal schnell zum Stilfser Joch abzubiegen, aber das wäre dann doch wieder eine tagesfüllende Tour geworden. So blieben wir dann beim Plan und sind von Meran über die Mebo nach Bozen und dann wieder ins Eggental zum Hotel zurück. Gegen Drei Uhr waren wir zurück und haben den Nachmittag mit einem kühlen Getränk ausklingen lassen. Anschließend habe ich mich für ein Stündchen aufs Ohr gelegt und dann wars auch schon wieder Zeit fürs Abendessen. Danach ein bisschen mit den Flohs, Peter und Elvira geplaudert und dann zurück aufs Zimmer. Es war schöner, entspannter Tag. Leider merke ich so langsam meinen Hintern, im Vergleich zum Sofa der Ténéré ist die Sitzbank vom Tiger doch nicht so komfortabel und bequem, das heißt, im Herbst gehen die Sitze zum Sattler und werden entsprechend aufgepolstert.
Irgendwie hats heute so gar keine Fotos gegeben… Allerdings lief die Cam mit, da sollte sich was draus machen lassen ;-)
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Re: Der kleine Tiger und die großen Ténéré in den Dolomiten

Beitrag von Franz » Sa 15. Sep 2018, 09:41

Hallo Wolfgang,

schöner Bericht. :daumen:
Warum erinnert mich dein Bericht nur so an meinen letzten Dolomitenausflug im Jahr 2011?
https://www.youtube.com/watch?v=Pf7ethSmUGg
Für Ungeduldige: ab 9:03 Minuten zeigen die Dolomiten ihr wahres Wochenend-Bild, aber auch ab 2:22 Minuten könnte man :kotz: .
Der Film ist der Zusammenschnitt einer Tagestour mit 476km.
Viele Grüße
Franz

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Re: Der kleine Tiger und die großen Ténéré in den Dolomiten

Beitrag von jalla » Sa 15. Sep 2018, 11:22

Danke Wolfgang für den schönen Bericht.
Da ich die Gegeng gut kenne, war es als sei ich beim lesen mitgefahren.

Könnt jetzt noch heule das mir das Erlebnis entgangen ist.
:hirn:
Gruß

Jonny

Ich fahre lieber Motorrad, als unsinnige Diskussionen zu führen.
Die eh im Nichts enden!

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